Journalismus steht weltweit immer mehr unter Druck. In der Rangliste der Pressefreiheit stuft „Reporter ohne Grenzen“ die Situation erstmals in mehr als der Hälfte aller Länder als „schwierig“ oder „sehr ernst“ ein. Es ist ein alarmierender Befund, weil diese Entwicklung gleichbedeutend mit dem Herandämmern eines Zeitalters ist, in dem die Demokratie ihren Glanz verliert und autokratische Systeme auf dem Vormarsch sind.
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Ohne eine freie Presse kann es keine demokratische Willensbildung geben. Umso besorgniserregender ist es, dass mit den USA das Mutterland der modernen Demokratie nur noch auf Rang 64 der Liste der Pressefreiheit aufgeführt wird. Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten, rangiert sogar nur auf Platz 116.
Journalisten sterben bei ihrer Arbeit in Gaza, im Libanon, in der Ukraine und in anderen Kriegs- und Krisenherden. Sie landen in vielen Ländern hinter Gittern, wenn sie kritisch über die Mächtigen berichten.

Angriffe auf Journalisten nehmen zu und erhöhen die Gefahr der Selbstzensur
In Deutschland ist die Lage noch vergleichsweise gut. Aber auch Deutschland ist abgerutscht und auf Platz 14 gelandet. Angriffe auf Medienschaffende haben hierzulande zugenommen. In Ostdeutschland brauchen manche Journalisten Personenschutz, wenn sie rechte Veranstaltungen oder Demonstrationen besuchen. Im Kontext des emotional aufgeladenen Nahostkonflikts nehmen im Netz Verleumdungen und Bedrohungen von Berichterstattenden zu. Die Gefahr der Selbstzensur aus Selbstschutz wächst.
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Dabei braucht es in Zeiten, in denen die sozialen Medien mit Desinformationskampagnen und Fake News geflutet werden, eine freie, kritische, professionelle, und ethischen Standards verpflichtete Presse mehr denn je.

Pressefreiheit geht aber auch mit enormer Verantwortung einher. Wenn Berichterstattung sensationsheischend von negativen Schlagzeilen dominiert wird, wird sie zum Brandbeschleuniger. Ureigenste Aufgabe einer freien Presse ist es, für Licht im Informationsdschungel zu sorgen – als Dienstleister für eine aufgeklärte Gesellschaft mündiger Bürgerinnen und Bürger. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Jan Jessen, FUNKE-Krisenreporter und Politikchef der FUNKE Mediengruppe, wurde für seine journalistischen Verdienste mit dem Pressefreiheitspreis des Bündnisses Zukunft Presse ausgezeichnet.




