Die Generation Z ist polarisiert: Junge Männer driften zunehmend nach rechts, junge Frauen nach links. Dieser Befund geht seit Jahren durch die Presse. Glaubt man der These, würde das bedeuten, dass junge Wähler bei den US-Zwischenwahlen im November 2026 überwiegend für die Republikaner stimmen, während junge Wählerinnen mehrheitlich die Demokraten unterstützen werden. Doch an dieser These sind zumindest Zweifel angebracht.
Wer gehört überhaupt zur Generation Z?
Unter der Generation Z verstehen Statistiker und Soziologen häufig die Alterskohorte geboren zwischen den mittleren bis späten 1990er-Jahren und den frühen 2010er-Jahren. Das United States Census Bureau zählt alle zwischen 1997 und 2012 geborenen US-Amerikaner zur Gen Z. Sie sind demnach zum Zeitpunkt der Wahl zwischen 29 und 13 Jahre alt. Daraus ergeben sich bereits zwei wichtige Einschränkungen: Erstens ist nur ein Teil der Gen Z wahlberechtigt. Zweitens ist die Altersspanne innerhalb der Kohorte immens. Und damit ist auch die politische Prägung eine unterschiedliche – insbesondere wenn man bedenkt, wie stark sich Menschen in Pubertät und jungem Erwachsenenalter entwickeln.
Hinzu kommt eine große soziale und ethnische Diversität innerhalb der Gen Z. Laut einer Auswertung des Center for Information & Research on Civic Learning and Engagement auf Basis des US-Zensus waren bei der Präsidentschaftswahl 2024 55 Prozent der Wahlberechtigten aus der Gen Z weiß. 47 Prozent hingegen sind People of Color, meist Latinos (22 Prozent) oder Schwarze (14 Prozent). Etwa die Hälfte der jungen Wähler hat einen Universitätsabschluss oder ist an einer Uni eingeschrieben.

Midterms 2026: Sind die Stimmen der Gen Z für die US-Wahlen entscheidend?
Ob die Gen Z für den Ausgang der Wahl eine wichtige Rolle spielt, lässt sich tendenziell mit „Ja“ beantworten. Immerhin: Nach den neuesten Daten des US-Zensus macht die Gen Z etwa 21 Prozent der US-Bevölkerung aus. Sie ist damit nach den Millennials die zweitgrößte Kohorte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ihr Anteil an den Wahlberechtigten ist noch etwas größer. Bei den US-Midterms 2026 könnten theoretisch mehr als ein Viertel aller Stimmen von der Gen Z kommen. Fast 50 Millionen stimmberechtigte Gen‑Zler gibt es. Allerdings gehen junge Menschen seltener zur Wahl als ältere. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 gaben lediglich 57 Prozent der Gen-Z-Wähler ihre Stimme ab. Wie stark ihr Einfluss am Ende ist, entscheiden die jungen Wähler damit auch ein Stück weit selbst.
News aus den USA
Frauen links, Männer rechts? Wie tickt die Gen Z politisch?
Bleibt noch die Frage, wie die jungen Wähler abstimmen. Auch hier hilft ein Blick in die Vergangenheit. 2024 zeigte sich bei der Wahl vor allem ein Bild: Junge Männer stimmten mehrheitlich für Donald Trump, junge Frauen für die Demokratin Kamala Harris. Insgesamt gaben 51 Prozent der Wählerinnen und Wähler zwischen 18 und 29 Jahren ihre Stimme den Demokraten. Trump erhielt 47 Prozent ihrer Stimmen. Vier Jahre zuvor war der Vorsprung der Demokraten allerdings mit 29 Prozentpunkten deutlich höher. Ein nicht unerheblicher Teil der Jungen hat sich also den Republikanern zugewandt.
Ob dieser Trend stabil ist, ist aber fraglich. Umfragen aus dem Jahr 2026 zeigen, dass viele junge Wähler von der Trump-Regierung enttäuscht sind. Laut einer groß angelegten Jugend-Studie der Yale University von März 2026 glauben 62 Prozent der Befragten, dass die USA sich in die falsche Richtung entwickeln. Auch Trumps Zustimmungswerte sanken in der Umfrage bei jungen Männern leicht.
Trotz dieser Unzufriedenheit ist die Wahl für die Demokraten kein Selbstläufer. Überhaupt fühlen sich laut Yale-Umfrage nur 57 Prozent der jungen Wählergruppe einer Partei verbunden. Für 43 Prozent der Befragten sind einzelne politische Themen für ihre Wahlentscheidung wichtiger als die Partei. Und hierbei dominiert vor allem ein Thema: Lebenshaltungskosten und Inflation. Die sind seit Beginn des Iran-Kriegs auch in den USA erneut gestiegen. Für Trump und die Republikaner ein klarer Nachteil.







