Verteidigungsminister Boris Pistorius hat Berichte über eine mögliche Umleitung von US-Waffen aus der Ukraine-Hilfe in den Nahen Osten zurückhaltend kommentiert. Für die deutsche Beteiligung am sogenannten Purl-Programm könne er das „nicht bestätigen“, sagte der SPD-Politiker. Er äußerte sich dazu bei einem Besuch in einem Rheinmetall-Werk nahe Brisbane in Australien.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die „Washington Post“ hatte unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen berichtet, das Pentagon prüfe, ob Waffen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt sind, in den Nahen Osten umgeleitet werden sollten, da der Krieg mit dem Iran Munitionsbestände des US-Militärs aufzehre.

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Angesprochen auf Konsequenzen auch für künftige Munitionslieferungen an Deutschland sagte Pistorius: „Wir tun bereits alles, um schneller auf eigenen Beinen zu stehen. Wir beschaffen schneller als jemals zuvor.“ Nun komme es darauf an, mit der Industrie einen Weg finden, dass geliefert werde.

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Pistorius besuchte auch einen australischen Fliegerhorst, um das unbemannte Kampfflugzeug Boeing MQ-28 in Augenschein zu nehmen. Bei der Inspektion der „Ghost Bats“ genannten Drohnen sagte Pistorius am Freitag, der Hersteller sei ein ernst zu nehmender Wettbewerber. Deutschland werde „so bald wie möglich“ eine Entscheidung zum Kauf von Drohnen treffen, fügte Pistorius hinzu.

Bundeswehr plant Kauf zahlreicher moderner Drohnen bis 2029

Die Bundeswehr will bis 2029 Hunderte unbemannte Kampfflugzeuge anschaffen und hat dafür unterschiedliche Flugobjekte von Herstellern aus Europa und den USA zur Auswahl. Die „Ghost Bat“ genannte Drohne Boeing MQ-28 wurde von Boeing Australia zusammen mit der australischen Luftwaffe entwickelt und wird nach einem erfolgreichen Test im vergangenen Jahr derzeit in die australische Armee integriert. 

Die Drohne ist dafür konzipiert, neben bemannten Jets zu operieren und nach ihrem Einsatz wieder in die Basis zurückzukehren – im Gegensatz zu billigen Kamikaze-Drohnen, die derzeit vom Iran und im Ukraine-Krieg eingesetzt werden.

dpa/jcst