Zusätzlich zu dem bereits laufenden Prozess vor dem Landgericht Verden soll nun auch die Bundesanwaltschaft Anklage gegen die mutmaßliche Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette erhoben haben. Das berichten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Demnach wirft die Bundesanwaltschaft der 67-Jährigen unter anderem 20-fachen versuchten Mord im Zusammenhang mit einem Angriff auf die US-Botschaft im Jahr 1991 in Bonn vor. Klette und zwei weitere Personen sollen damals mit Maschinengewehren mindestens 250 Schüsse auf die Botschaft abgegeben haben. Daneben werden ihr laut dem Medienbericht erpresserischer Menschenraub und die Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag 1993 im südhessischen Weiterstadt zur Last gelegt.

Auch interessant

Klettes Anwälte bezweifeln Beweiskraft von DNA-Spuren

Außerdem soll die Bundesanwaltschaft Klette dreifachen versuchten Mord bei einem versuchten Anschlag auf ein Gebäude der Deutschen Bank im hessischen Eschborn im Jahr 1990 vorwerfen. Im Umfeld aller drei Tatorte sollen die Ermittler Haare oder DNA-Spuren gefunden haben, die sie Daniela Klette zugeordnet haben.

Wird die Anklage zugelassen, soll sie vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt am Main verhandelt werden, heißt es in dem Medienbericht weiter. Die Rechtsanwälte von Daniela Klette, Lukas Theune und Berthold Fresenius, teilten demnach auf Anfrage von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ mit, dass sie die Beweiskraft der von der Bundesanwaltschaft angeführten DNA-Spuren bezweifeln. Die Bundesanwaltschaft stütze sich laut den Verteidigern wesentlich auf die Aussagen eines Zeugen. Dieser habe, so die Verteidiger, bereits in der Vergangenheit gelogen.

RAF: Viele Taten bis heute nicht aufgeklärt

Gegen Klette wurde in der Vergangenheit auch wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Dieser Straftatbestand ist inzwischen verjährt. Vor dem Landgericht in Verden läuft derweil bereits ein Prozess gegen die mutmaßliche Ex-RAF-Terroristin Klette.

Der mögliche neue Prozess gilt als bedeutsam, weil viele der Taten der RAF bis heute nicht endgültig aufgeklärt werden konnten. Bis zu ihrer Verhaftung im Februar 2024 hatten Ermittler Daniela Klette über Jahrzehnte gesucht. Nach ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub wird weiter gefahndet. Die Bundesanwaltschaft rechnet die drei der sogenannten „Dritten Generation“ der Rote Armee Fraktion (RAF) zu.

awe