Erneut ist ein Mensch in einem Haftlager der US-Einwanderungsbehörde ICE ums Leben gekommen. Ein 19-jähriger Mexikaner habe in dem Lager in Florida mutmaßlich Suizid begangen, erklärte die Behörde. Die mexikanische Regierung sprach am Donnerstag (Ortszeit) von einem „inakzeptablen“ Todesfall und forderte eine „gründliche Untersuchung“. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Es ist bereits der 44. Todesfall in einem ICE-Haftzentrum seit Amtsantritt von Präsident Donald Trump im Januar 2025. Der US-Einwanderungsbehörde zufolge war der 19-Jährige im Januar festgenommen worden und saß seit Ende Februar in dem Haftlager im Landkreis Glades in Florida ein.

News aus den USA

ICE-Haftanstalten seit Jahren in der Kritik

Bereits Anfang März hatte das mexikanische Außenministerium über den Tod einer mexikanischen Person im Gewahrsam der ICE informiert. Die nicht namentlich genannte Person habe sich in der Einwanderungshaftanstalt von Adelanto im Bundesstaat Kalifornien befunden. Mexiko hatte „eine sofortige und umfassende Untersuchung“ der Umstände gefordert, die zum Tod von Landsleuten in ICE-Gewahrsam geführt haben.

Gemäß der Todeslisten von ICE starben während der zweiten Amtszeit von Donald Trump mindestens elf Mexikaner in Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörden. Die von privaten Unternehmen geführten Haftanstalten stehen seit Jahren in der Kritik von Menschenrechtsorganisationen. So untersuchte die Menschen- und Bürgerrechtsorganisation ACLU die 70 Todesfälle von Migranten in ICE-Gewahrsam, die sich zwischen 2017 und 2024 ereigneten. In ihrer Studie kam die Nichtregierungsorganisation zu dem Schluss, dass 95 Prozent dieser Todesfälle durch eine „rechtzeitige medizinische Versorgung“ hätten verhindert werden können.

Anmerkung der Redaktion

Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.

Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

AFP/epd