Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat erstmals öffentlich Gespräche mit den Vereinigten Staaten eingestanden, in denen es um die Verbesserung der Versorgungsnotlage auf der Kriseninsel geht. Die Gespräche dienten dazu, im Wege Lösungen für die „bilateralen Differenzen“ zwischen unseren beiden Ländern zu finden,“ sagte Díaz-Canel in einer überraschenden landesweit übertragen Fernsehansprache am frühen Freitagmorgen um 7.30 Uhr (Ortszeit). Es handele sich um „einen sehr heiklen Prozess, der mit Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein geführt wird“, ergänzte er.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Er selbst habe die Gespräche auf kubanischer Seite gemeinsam mit dem 94-jährigen ehemaligen Präsidenten Raúl Castro und weiteren hochrangigen Vertretern der Kommunistischen Partei Kubas geleitet. Der Präsident machte aber keine Angaben dazu, wer der US-Delegation angehörte.
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Kuba bestätigt erstmals geheime Gespräche mit den USA
Damit bestätigte Kuba erstmals Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der in den vergangenen Wochen mehrfach behauptet hatte, er selbst und sein Außenminister Marco Rubio führten Gespräche mit der kommunistischen Führung in Havanna. Trump hatte der Insel wiederholt geraten, „einen Deal abzuschließen“. Zudem verhängte er eine Ölblockade über die Insel. „Kuba befindet sich in den letzten Augenblicken seines bisherigen Bestehens,“ behauptete Trump vor einer Woche. Das Land sei eine „Katastrophe“ und bankrott.
Ohne auf Einzelheiten oder weitere Details der Gespräche mit dem Weißen Haus einzugehen, erklärte der kubanische Staatschef, Ziel sei es. „Raum für Verständigung zu schaffen, die es ermöglicht, sich von der Konfrontation zu entfernen“. Dies ist eine radikale Wendung im offiziellen Diskurs Havannas, der bisher immer mit Anschuldigungen und harter Kritik an die Adresse Washingtons geführt worden war.
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Kuba droht nach Öl-Lieferstopp völliger Zusammenbruch des Alltags
Kuba, das schon seit mehreren Jahren in einer tiefen Energie- und Lebensmittelkrise aufgrund von Produktionsausfällen und Devisenknappheit steckt, ist seit Jahresbeginn dem Zusammenbruch nahe. Seit dem 3. Januar, der Entführung von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduros durch US-Spezialtruppen aus Caracas und dem damit verbundenen Richtungswechsel in Venezuela, bekommt Kuba kein Öl mehr aus seinem Bruderstaat. Auch andere Staaten wie Mexiko haben die Lieferung von Rohöl auf Druck Washingtons einstellen müssen. 100.000 Fass braucht die Insel aber jeden Tag, um einen Mindestbetrieb aufrechtzuerhalten. 40.000 Barrel produziert Kuba nur selbst, vor allem für die Stromgewinnung.
In der Folge leiden die neun Millionen Menschen unter fehlenden Verkehrsmitteln, weil der Nahverkehr zusammengebrochen ist, der Strom und das Wasser werden immer wieder lange Stunden abgestellt. Universitäten und Schulen sowie Behörden wurden geschlossen. Und Nahrungsmittel können vom Land nicht in die Städte transportiert werden, weil das Benzin fehlt. Selbst das kubanische Staatsfernsehen reduziert seine Programme auf maximal acht Stunden am Tag. Vereinzelt kommt es nach Berichten von kubanischen Bloggern daher immer wieder in Havanna zu Protesten von der Bevölkerung, die mit sogenannten „Cacerolazos“, dem Schlagen auf leere Töpfe, abends ihrem Ärger über die Versorgungslage Luft machen.

Kuba kündigt Freilassung von 51 Gefangenen nach Vatikan-Vermittlung an
Am Donnerstagabend, wenige Stunden vor der Rede des Präsidenten, hatte die kubanische Regierung die Freilassung von 51 Gefangenen durch Vermittlung des Vatikans angekündigt.
„Das ist eine souveräne Entscheidung, die uns niemand auferlegt“, sagte Díaz-Canel. Sie entspreche einer „humanistischen Berufung“.“
Bislang ist unklar, ob zu diesen Gefangenen auch einige der über 1000 politischen Häftlinge gehören, die sich nach Einschätzung von Nichtregierungsorganisationen und der Opposition nach wie vor in kubanischen Gefängnissen befinden. Die US-Seite hatte wiederholt die Freilassung von diesen Inhaftierten gefordert.







