Wenn die Internationale Energieagentur die größte Freigabe an Ölreserven ihrer Geschichte – 400 Millionen mal 159 Liter – anordnen muss, um galoppierende Tankstellenpreise zu dämpfen, ist eines klar: Donald Trumps Iran-Kalkül ist gescheitert. Der US-Präsident hat den Krieg als „walk in the park“ verkauft, als schnell, beherrschbar und wirtschaftlich verkraftbar. Tatsächlich reicht schon die faktische Lähmung der Seestraße von Hormus, um die Weltmärkte zittern zu lassen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ein Fünftel des globalen Ölhandels läuft durch diese Meerenge. Wer dort militärisch eskaliert, spielt mit Inflation, Lieferketten und der strapazierten Geduld der Wähler. Trump hat das unterschätzt. Dazu kommt der Widerspruch zwischen Worten und Wirklichkeit. Trump stellte Marine-Eskorten für andernfalls dem Iran schutzlos ausgelieferte Tanker in Aussicht. Geliefert hat er bisher Durchhalteparolen und Schönfärberei.
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Trumps Illusion vom schnellen Frieden wird teuer
Märkte lassen sich nicht dauerhaft mit Wunschdenken beruhigen. Je länger die Straße Hormus unbefahrbar bleibt, desto teurer wird auch Trumps Illusion vom schnellen Frieden. Diese Zukunftswette kann nach hinten losgehen, weil hohe Energiepreise Inflation, Wachstumsschwäche und neue Nervosität an die Börsen zurückbringen. Politisch wird es noch gefährlicher. Wer Stärke verspricht und dann die größte Notfallmaßnahme der Ölgeschichte mitträgt, liefert seinen Gegnern die härteste Pointe gleich selbst.
Der Präsident wollte im Eiltempo einen regionalen Krieg gewinnen. Stattdessen hat er die Achillesferse der Weltwirtschaft offengelegt – ohne sie zu schützen. Für diese Milliardenschäden müsste man ihn regresspflichtig machen.






