Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen haben die Revolutionsgarden des Landes Rache geschworen. Parallel dazu rüstet Iran auch unter Wasser auf: Über 20 kleine U-Boote der Ghadir-Klasse wurden Berichten zufolge im Persischen Golf stationiert. Experten sehen eine asymmetrische Taktik und eine stille Gefahr für die US-Marine in den flachen Gewässern.

Ghadir‑Klasse: Größe, Antrieb und Bewaffnung

Die Ghadir-Boote sind extra für flache Küstengewässer ausgelegt. Größere U-Boote können sich dort kaum fortbewegen, ohne aufzulegen. Schallsignale funktionieren schlecht oder gar nicht. Die kleinen U-Boote sind allerdings nur 29 Meter lang und mit 7 Mann besetzt. Mit 117 Tonnen Verdrängung über Wasser und 125 Tonnen unter Wasser sind sie perfekt für die flachen Gewässer des Golfs geeignet.

Dank ihres dieselelektrischen Antriebs sind sie kaum zu hören und können sich am Meeresgrund absetzen, ohne entdeckt zu werden. Sie wurden nach einem nordkoreanischen Vorbild der Yono-Klasse gebaut. 2004 soll der Iran ein Exemplar erhalten haben, wie „Global Defence News“ berichtet. Schätzungen zufolge hat die iranische Marine zwischen 20 und 30 einsatzfähige Boote – ausgestattet mit zwei 533-mm-Torpedorohren für Minen und Torpedos sowie Jask-2-Anti-Schiffs-Raketen.

Iran weiht zwei neue U-Boote der Ghadir-Klasse aus eigener Produktion ein
Iranische U-Boote der Ghadir-Klasse werden am 8. August 2010 im Rahmen einer Zeremonie in der südlichen Hafenstadt Bandar Abbas präsentiert.© picture alliance / abaca

Der Iran setzt damit auf eine unkonventionelle Marine. Statt direkter Gefechte werden die U-Boote zum Hinterhalt positioniert und greifen versteckt an. „Die besorgniserregendste Eigenschaft der Ghadir ist nicht ihre Geschwindigkeit oder Feuerkraft, sondern die Art und Weise, wie sie die physikalischen Gegebenheiten des Golfs ausnutzt“, heißt es auf der Website „Global Defence News“.

Für die USA bedeutet die neue Bedrohungslage im Persischen Golf eine zusätzliche Herausforderung. Während die amerikanische Flotte über hochmoderne Anti‑U‑Boot‑Technologien verfügt, bleibt das Risiko von Überraschungsangriffen aus der Tiefe bestehen.