Das Drohnen-Start-up Tytan operiert scheinbar nach dem Motto „think big“ und hat große Ambitionen: Am neuen Standort im Westen Münchens soll eine Serienproduktion für Interceptor-Drohnen entstehen. Das Ziel: Pro Monat plant das Start-up, künftig 3000 der unbemannten Fluggeräte herzustellen, die vor allem im Ukraine-Krieg zum Einsatz kommen. Doch die Vision des Unternehmens ist noch größer.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Tytan will mit den eingesammelten 30 Millionen Euro, die durch den Einstieg des „Nato Innovation Funds“ und des Münchner Risikokapitalfonds Armira fließen, auch das Spektrum der Waffen im Bereich der Flugabwehr erweitern. „Diese Finanzierungsrunde hebt uns auf die nächste Stufe – von einem reinen Abfangdrohnenhersteller hin zu einem europäischen Luftverteidigungsunternehmen“, sagte Tytan-Firmenchef Balazs Nagy dem „Handelsblatt“.

Münchner Drohnen-Start-up will Luftabwehr mit KI-basierten Systemen revolutionieren

Die deutsche und auch europäische Luftabwehr gilt als mangelhaft und bietet einen der größten Angriffspunkte in der Verteidigungsfähigkeit. Tytan will diese Lücke schließen und hat dafür unter anderem Kooperationen mit der Rüstungsfirma Hensoldt und dem Motorenhersteller Deutz geschlossen. Das Kölner Unternehmen soll unter anderem Antriebslösungen für die Flugkörper von Tytan liefern, berichtet der „Spiegel“.

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Weltweit hat das Wettrennen zahlreicher Start-ups, zu denen auch das Berliner Unternehmen Stark Defence zählt, um die beste KI-basierte Lösung in der Flugabwehr längst begonnen. Tytan will in der Liga der führenden Flugabwehrsysteme nicht nur mitspielen, sondern tonangebend sein. So erhielt das Münchner Start-up im Herbst 2025 vom Beschaffungsamt (BechA) den Auftrag, eine Drohnenabwehrlösung für Bundeswehrliegenschaften zu entwickeln. Mitte 2026 soll ein erster Prototyp vorgestellt werden.

Die bodengestützten Interceptor-Drohnen des 2023 gegründeten Unternehmens hingegen haben sich bereits etabliert und gewinnen vor allem im Ukraine-Krieg an Bedeutung. Das Start-up soll nun erstmals einen größeren Auftrag der ukrainischen Armee erhalten haben, wobei der genaue Umfang bislang nicht bekannt ist.

Interceptor-Drohnen von Tytan sind besonders kosteneffizient

Die Abfangdrohnen erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h und können in einer Höhe von bis zu 5000 Metern feindliche Drohnen nicht nur abwehren, sondern komplett zerstören. Wird eine feindliche Drohne auf dem Radar gesichtet, werden in Sekundenschnelle wichtige Parameter wie Koordinaten und Geschwindigkeit an die Interceptor-Drohne übermittelt. Das KI-basierte Abwehrsystem ermittelt dann eigenständig eine Flugbahn und Abfangzone. Mit einem Knopfdruck kann eine Person so mehrere Abwehrdrohnen abfeuern.

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Abwehrdrohnen gelten im Vergleich zu herkömmlichen Raketenabwehrsystemen als besonders kosteneffizient. Tytan will künftig raketenbetriebene Systeme entwickeln, die auch Gleitbomben abwehren können – und ist wohl bereits auf einem guten Weg. Bei einem Nato-Wettbewerb auf einem französischen Militärgelände im vergangenen Herbst sicherte sich das Münchner Start-up einen der drei ersten Plätze.

„Das Abfangen von relativ schnell fliegenden Gleitbomben galt bisher als außerhalb dessen, was mit Abfangdrohnen effektiv bekämpft werden kann“, berichtete ein Vertreter von Tytan Technologies gegenüber dem Internet-Portal „Defence Network“. Die Interceptoren hätten sich aufgrund ihrer besonderen Flugeigenschaften und der integrierten KI als „äußerst geeignet“ erwiesen.