Die Nato erhöht ihre Militärpräsenz in der Arktis, um zur weiteren Deeskalation des von US-Präsident Donald Trump angezettelten Grönland-Konflikts beizutragen. Wie Oberbefehlshaber Alexus G. Grynkewich ankündigte, wurde dazu ein Einsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis) gestartet.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Verbessert werden soll demnach die Überwachung der riesigen Eisinsel und die Abschreckung von Russland und China. Deutschland wird sich in einem ersten Schritt mit vier Eurofighter-Kampfjets beteiligen, wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch in Brüssel ankündigte. Weitere Einzelheiten sollen beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag besprochen werden.

Die verstärkte Bündnispräsenz im hohen Norden war von Alliierten wie Großbritannien angeregt worden, um den Streit um Grönland zu entschärfen. Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA ihre Militärpräsenz auf Grönland ausweiten dürfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen auf der rohstoffreichen Arktisinsel bekommen. 

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In der Nato wird dabei betont, dass der hohe Norden ein Tor zum Nordatlantik darstelle und wichtige Handels-, Transport- und Kommunikationsverbindungen zwischen Nordamerika und Europa beherberge, die geschützt werden müssten. Der Kreml betrachte die Arktis als zentral für seine Großmachtambitionen und zeige keine Anzeichen, seine militärischen und wirtschaftlichen Ambitionen dort zurückzufahren, heißt es in Bündniskreisen. Im Gegenteil habe Russland seine militärischen Aktivitäten dort sogar deutlich verstärkt, ein neues Arktis-Kommando eingerichtet sowie ehemalige sowjetische Militärstandorte in der Arktis wieder in Betrieb genommen – darunter Flugfelder und Tiefwasserhäfen.

Russland droht Nato mit Konsequenzen

Kurz zuvor hatte Russland bereits mit „Gegenmaßnahmen“ gedroht, sollten westliche Staaten ihre militärische Präsenz in Grönland verstärken. „Natürlich werden wir uns im Falle einer Militarisierung Grönlands und der Schaffung militärischer Kapazitäten, die sich gegen Russland richten, angemessene Gegenmaßnahmen ergreifen, einschließlich militärtechnischer Natur“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in einer Rede vor dem Parlament in Moskau.

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Trump hatte seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im vergangenen Jahr immer wieder Besitzansprüche auf Grönland erhoben, die er mit US-Sicherheitsinteressen in der Arktis begründete. Die dabei ausgesprochene Drohung militärischer Gewalt nahm er im vergangenen Monat zurück.

dpa/lro/AFP