Im Kontext der Enthüllungen im Fall Epstein haben die Behörden in Frankreich Ermittlungen gegen einen ehemaligen Minister aufgenommen. Hintergrund sind Vorermittlungen wegen des Verdachts auf schweren Steuerbetrug. Der frühere Kulturminister Jack Lang wies die Anschuldigungen zurück und erklärte laut französischen Medien, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Trotzdem zog Lang Konsequenzen und bot seinen Rücktritt als Präsident des Pariser Kulturinstituts „Institut du monde arabe“ (IMA) an. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot habe den Rücktritt zur Kenntnis genommen, teilte das Außenministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Zugleich sei das Verfahren zur Ernennung einer neuen Leitung des IMA eingeleitet worden.
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Ermittlungen auch gegen Tochter des Ministers
Die Finanzstaatsanwaltschaft hatte Medien zufolge am Freitag eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Geldwäsche und schweren Steuerbetrug gegen Lang und seine Tochter Caroline Lang eingeleitet.
Zuvor war bekannt geworden, dass die Namen von Jack und Caroline Lang in den Dokumenten auftauchen, die von der US-Justiz im Rahmen der Epstein-Affäre veröffentlicht wurden. Eine bloße Erwähnung in den Akten bedeutet noch kein Fehlverhalten. Lang berief sich bisher auf seine „Naivität“ mit Blick auf die Beziehung.
Die nun angekündigte Untersuchung betrifft laut Medien mutmaßliche finanzielle Verbindungen zu dem gestorbenen US-Finanzier Epstein, über die das Enthüllungsmedium „Mediapart“ berichtet hatte. Dabei soll es um eine von Epstein gegründete Gesellschaft mit Sitz in einem Steuerparadies gehen, an der Caroline Lang die Hälfte der Anteile gehalten habe. Laut Mediapart wurde die Gesellschaft 2016 gegründet.
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Jack Lang war Minister unter dem ehemaligen Präsidenten François Mitterrand in den 1980er und 90er Jahren. Seit 2013 stand der 86-Jährige an der Spitze des „Institut du monde arabe“.
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Nach der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten zum Fall Epstein sind auch andere ehemalige europäische Regierungsvertreter wegen finanzieller Verflechtungen mit dem Sexualstraftäter ins Visier der Behörden geraten. Gegen den früheren britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson laufen Ermittlungen, weil er während der Finanzkrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben haben soll.
lro/dpa









