Jeffrey Epstein ist seit sechs Jahren tot. Aber auch nach dem Ableben greift er sich seine „Beifahrer“. Seit dem millionenfachen Dokumentenabwurf durch das US-Justizministerium wird die Liste aus der Bussi-Gesellschaft der Promis, die mit dem frauenverachtenden Seriensexstraftäter trotz seiner Verurteilung 2008 gesellschaftlich weiter verkehrt haben, lang und länger.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Rücktritte und Abberufungen (Norwegen, Slowakei, Großbritannien, USA) häufen sich. Von den irreparablen Rufschädigungen für Kaliber wie Bill Gates, Larry Summers oder Mette-Marit ganz zu schweigen. Die Zahl derer, die wegen ihrer Beziehung zu Epstein dauerhaft kompromittiert sind, wird weiter steigen. Denn der Aktenberg ist nicht mal zu einem Zehntel abgetragen und ausgewertet.

Redaktionsvorstellung Hamburger Abendblatt / Bergedorfer Zeitung / ZRB
Dirk Hautkapp ist US-Korrespondent in Washington.© Privat | Privat

Epstein-Affäre: Trump sollte Antworten geben

Was dabei auffällt, wird den Zusammenhalt westlicher Gesellschaften noch jahrelang auf die Probe stellen. Die Epstein-Affäre mit ihren weltweiten Verästelungen zeigt eine globalistische Elite, die nach eigenen Regeln funktioniert(e). Die moralische Verkommenheit von Reichen und Einflussreichen, die mit einem pathologischen Menschenverächter paktiert haben, ist atemberaubend.

Auch interessant

In der Schusslinie stehen Menschen, die sonst im Alltag als Führungsfiguren Werte und soziales Gewissen predigen, im Hintergrund aber die Nähe zu einem der größten Schmierlappen der jüngeren Geschichte gesucht haben. Warum so viele Köpfe aus der High Society der Anziehungskraft des ehemaligen Party-Buddys von Donald Trump nicht widerstehen konnten, ist eine Frage, auf die noch plausible Antworten gesucht werden. Vielleicht könnte der amerikanische Präsident den Anfang machen.