Die russische Vollinvasion in der Ukraine Anfang 2022 war auf viele Arten ein Schock. Für Deutschland auch deshalb, weil große Teile des Landes in dem Moment feststellten, dass man sich in der Energieversorgung über Jahre abhängig gemacht hatte von einem Regime, das die Sicherheit des ganzen Kontinents bedroht. Eines, das auch sehr bereit war, diese Erpressbarkeit zu nutzen. Über politische Lager hinweg war man sich damals einig: Das darf nicht noch einmal passieren.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In den knapp vier Jahren seitdem hat der Lerneffekt offenbar nachgelassen. Anders ist nicht zu erklären, dass das LNG, mit dem das russische Gas zum Teil ersetzt wurde, jetzt in Deutschland fast ausschließlich aus den USA kommt. Von einem mindestens kapriziösen, wenn nicht feindseligen Partner also.
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LNG gibt es auch aus anderen Quellen, und Donald Trump hat derzeit kein Interesse, den Hebel zu nutzen, den er hier hätte. Aber das kann sich ändern. Und müssten die Lieferwege für LNG neu sortiert werden, würde es teuer werden.

Die beste Möglichkeit, zu verhindern, dass andere uns mit unserem Hunger nach Gas unter Druck setzen, ist es deshalb, diese Abhängigkeit zu verringern – indem wir den Gasverbrauch an sich runterfahren und erneuerbare Energiequellen hoch. Klimapolitisch ist das ohnehin geboten, sicherheitspolitisch ist es auch sinnvoll.
Ein Ex-Finanzminister sprach deshalb einmal von den Erneuerbaren als „Freiheitsenergien“. So pathetisch muss man es gar nicht formulieren. Es reicht festzustellen: Jedes bisschen Energie, das wir hier herstellen können, müssen wir nicht von wankelmütigen Verkäufern importieren.





