Die Ausschreitungen rund um das Spiel Magdeburg gegen Dresden waren brutal und durch nichts zu rechtfertigen. Wer Polizistinnen und Polizisten angreift, greift den Rechtsstaat an. Punkt. Gerade deshalb ist die öffentliche Debatte darüber sensibel – und verlangt besondere Sorgfalt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Umso problematischer ist es, dass die Polizeigewerkschaft Sachsen (GdP) ihre berechtigte Empörung mit einem KI-generierten Bild eines verletzten Polizisten bebildert hat. Das Foto war als künstlich generiert gekennzeichnet. Und wirkte dennoch wie eine dokumentarische Aufnahme. Genau darin liegt das Problem.

GdP KI-Bild
Das Bild, das die GdP Sachen mithilfe von KI erstellt hat. Den Hinweis „KI-Bild“ hat diese Redaktion nachträglich hinzugefügt.© Gewerkschaft der Polizei Sachsen mit ChatGPT | Gewerkschaft der Polizei Sachsen mit ChatGPT

Solche Bilder emotionalisieren, dramatisieren und erzeugen Nähe – ohne reale Belege zu liefern. In einer aufgeheizten Lage ist das kein harmloser Fehler, sondern ein Vertrauensbruch. Wer mit Bildern argumentiert, muss sich an deren Wahrhaftigkeit messen lassen. Alles andere untergräbt die eigene Glaubwürdigkeit.

Man kann das Motiv nachvollziehen: Aufmerksamkeit schaffen für reale Gewalt, echte Verletzte, einen belasteten Polizeialltag. Doch Polizeigewerkschaften sind mehr als Interessenvertreter. Sie sind politische Akteure. Ihre Worte und Bilder prägen öffentliche Deutungen. Wer diese Rolle beansprucht, trägt Verantwortung für seine Mittel.

KI-Bilder fordern journalistische Sorgfalt und Transparenz

Ganz ehrlich: Wir bei FUNKE wissen aus eigener Erfahrung, wie schnell man bei KI-Bildern ins Stolpern geraten kann. Das gefälschte Maduro-Foto war ein Warnschuss – und eine wichtige Lehre. Nicht, weil böse Absicht im Spiel war, sondern weil Technik heute schneller sein kann als unser Bauchgefühl. Genau deshalb braucht es Zurückhaltung, Transparenz und im Zweifel eine klare Entscheidung: lieber kein Bild als das falsche.

Die Gewalt in Magdeburg war real. Dafür braucht es keine künstlichen Verstärker. Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch maximale Wirkung, sondern durch sauberes Arbeiten. Gerade dort, wo es um Ordnung, staatliche Gewalt und Vertrauen in Institutionen geht.

Wer dieses Vertrauen einfordert, muss es selbst schützen. Auch starke Absender wie die GdP.