Wind- und Solarkraft haben im vergangenen Jahr einer Analyse zufolge in der EU erstmals mehr Strom erzeugt als alle fossilen Brennstoffe zusammen. So stammten gut 30 Prozent des EU-Strommixes 2025 aus Sonnen- und Windenergie und 29 Prozent aus fossilen Brennstoffen, wie aus einem Bericht der Denkfabrik Ember hervorgeht. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Kurz vor Veröffentlichung dieser Daten hatte US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos gegen erneuerbare Energien gewettert und dabei die Fakten teilweise stark verdreht, wie ein Faktencheck ergibt. „Windmills all over the place. They destroy your land“, hatte Trump unter anderem behauptet.

BundeslandFörderprogrammArt der FörderungHöhe der Förderung
BerlinSolarPlusErstellung eines Gutachtens, Beteiligung an den Mehrkosten gegenüber einer Standard-PV-AnlageBis zu 300 Euro pro kWh (maximal 15.000 Euro)
Mecklenburg-Vorpommerndurch: Landesförderinstitut Mecklenburg-VorpommernZuschuss für den Kauf und die Installation einer steckerfertigen Mini-Solaranlage (nach dem 07.10.2022)Bis zu 500 Euro pro PV-Anlage und Wohnungseinheit
Nordrhein-Westfalenprogres.nrwFörderung von thermischen Solaranlagen für die Gebäudeversorgung90 Euro pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche
Schleswig-Holsteindurch: Bezirksregierung ArnsbergFörderung von Solarkollektoranlagen, Anschluss an Wärmenetze, Förderung für steckerfertige Balkonanlagen, Förderung für stationäre Batteriespeichersysteme (voraussichtlich ab Sommer 2023)Bis zu 900 Euro für Solarthermie-Anlagen, bis zu 500 Euro für Installations- und Anschlusskosten
Bayern10.000-Häuser-ProgrammZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 500 Euro für Photovoltaikanlagen und bis zu 3.200 Euro für Batteriespeicher
Baden-WürttembergSolaroffensive Baden-WürttembergZuschuss für PhotovoltaikanlagenBis zu 30% der Investitionskosten
HessenHessische Energiespar-AktionZuschuss für die Installation von SolarkollektorenBis zu 40% der Investitionskosten
SachsenSAB FörderungZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 50% der Investitionskosten
NiedersachsenNBankZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 30% der Investitionskosten
Rheinland-Pfalznergieagentur Rheinland-PfalzZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 50% der Investitionskosten
ThüringenThüringer AufbaubankZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 30% der Investitionskosten
Sachsen-AnhaltInvestitionsbank Sachsen-AnhaltZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 30% der Investitionskosten
SaarlandSaarLBZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 30% der Investitionskosten
BrandenburgILB BrandenburgZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 30% der Investitionskosten
BremenBremer Aufbau-BankZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 30% der Investitionskosten
HamburgIFB HamburgZuschuss für Photovoltaikanlagen und BatteriespeicherBis zu 30% der Investitionskosten

Bitte beachten Sie, dass sich die Förderprogramme und -höhen jährlich ändern können. Es ist immer ratsam, die aktuellen Informationen auf den offiziellen Websites der Bundesländer oder Förderinstitute zu überprüfen. Auch können einige Bundesländer regionale oder spezielle Förderprogramme für PV-Anlagen haben, die in der Tabelle nicht aufgeführt sind. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

China baut Solar- und Windenergie in Rekordtempo aus

Komplett gelogen ist Trumps Aussage, China würde seine Windräder „an Dumme“ verkaufen, diese selbst aber nicht nutzen. Das Gegenteil ist richtig: In absoluten Zahlen erzeugt kein Land der Welt mehr Windenergie als China. Nach Angaben von Ember waren es im Jahr 2024 992 Terawattstunden (TWh). Das entspricht 40 Prozent der weltweiten Windenergieerzeugung. Laut dem „Global Energy Monitor“ ist China zudem dabei, die Solar- und Windenergie „im Rekordtempo“ weiter auszubauen.

In der Europäischen Union machten erneuerbare Energien – also auch etwa Wasserkraft und Energie aus Biomasse – mit 47,7 Prozent fast die Hälfte der Stromproduktion aus. 23,4 Prozent wurden dem Bericht zufolge mit Kernkraft erzeugt. In Deutschland allein liegt der Anteil der Erneuerbaren sogar noch deutlich höher. Laut Statistischem Bundesamt wurden in den Monaten Juli bis September 64 Prozent des gesamten Stroms daraus gewonnen – ein neuer Höchststand für ein drittes Quartal. Zudem bauen EU-Staaten wie Deutschland, Italien oder Polen derzeit ihre Batteriekapazitäten aus, um gespeicherten Strom nutzen zu können.

Investitionen in erneuerbare Energien machen Europa weniger erpressbar

Stromerzeugung aus Kohle habe dagegen 2025 mit einem Anteil von 9,2 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht, heißt es weiter von Ember. Weiter erheblich abhängig sei die EU jedoch von Gas: Im Vergleich zu 2024 kam im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 16,7 Prozent rund 8 Prozent mehr im Strommix aus der Erzeugung durch Gas.

2025 seien die Risiken einer energiepolitischen Erpressung durch Exporteure fossiler Brennstoffe weiterhin hoch gewesen, schreiben die Autoren. „Investitionen in heimische erneuerbare Energien sind eine zentrale Strategie, um dieses Risiko zu senken, da geopolitische Entwicklungen weiterhin für Instabilität sorgen“, so Ember.

Abhängigkeit gefährdet Sicherheit der EU

Ende letzten Jahres hatte sich die EU darauf verständigt, bis spätestens Ende 2027 vollkommen unabhängig von russischem Erdgas zu sein. Demnach soll die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines auf Grundlage von langfristigen Verträgen bis spätestens 1. November 2027 komplett eingestellt werden. Das Importverbot soll bereits bestehende Sanktionen mit Einfuhrbeschränkungen ergänzen und sicherstellen, dass sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen.

In Deutschland werden immer mehr Solaranlagen gebaut. (Archivbild)
In Deutschland werden immer mehr Solaranlagen gebaut. (Archivbild)© dpa | Marcus Brandt

Ember warnt mit Blick auf die USA aber auch vor Abhängigkeiten: „Eine starke Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten gefährdet die Sicherheit der EU und schwächt ihre Verhandlungsposition in geopolitischen Auseinandersetzungen und Handelskonflikten“, heißt es in dem Bericht. Der Ausbau von Batteriespeichern, die Stärkung der Stromnetze und die Ausweitung der Nachfragesteuerung könnten einen höheren Anteil von Solar- und Windenergie im Energiemix ermöglichen. „Dies erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern ist auch entscheidend für stabile und verlässliche Energiepreise.“

tok/dpa/fmg