In der Nacht zu Donnerstag haben mutmaßliche Klimaaktivisten versucht, ein Privatflugzeug des Bundeskanzlers Friedrich Merz zu beschädigen, das auf dem Flugplatz Arnsberg-Menden abgestellt ist. Inzwischen hat sich das sogenannte „Widerstands-Kollektiv“ zu dem Anschlagsversuch bekannt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Eine Sprecherin bestätigt gegenüber unserer Redaktion, dass auch Anja Windl bei der Aktion beteiligt war und zu den vorläufig Festgenommenen gehört. Zu der Aktion gegen Merz erklärte die Klimaaktivistin in einer Mitteilung: „Wir handeln hier aus Notwehr. Die Klimakatastrophe eskaliert, Hunger, Hitze und Naturkatastrophen kosten Menschen ihr Leben, und gleichzeitig fliegt Friedrich Merz mit seinem eigenen Flugzeug durch die Gegend. Dabei sollte gerade der Kanzler uns allen ein Vorbild sein.“ Windl ist in der Klimaschutzszene kein unbeschriebenes Blatt.
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Anja Windl interessierte sich schon als Jugendliche für die Umwelt, fühlte sich aber lange ohnmächtig und resigniert, was den Klimawandel anging. Heute ist sie eine der prominentesten Klimaaktivistinnen in Deutschland und Österreich. Die 28-jährige Psychologiestudentin aus Niederbayern lebt mittlerweile in Graz und gehört zur Aktivistengruppe „Widerstands-Kollektiv“. Zuvor war sie Mitglied bei der „Letzten Generation“ und „Fridays for Future“.

Windl erlangte ihren Spitznamen „Klima Shakira“ von Boulevardmedien wegen ihrer auffälligen Ähnlichkeit mit der Sängerin Shakira. Bekannt wurde sie vor allem durch Straßenblockaden in Städten wie Regensburg, Graz, Wien und München, bei denen sie sich zusammen mit anderen Aktivisten auf Straßen festklebte, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Bei einer spektakulären Aktion auf der Nibelungenbrücke in Regensburg blockierte sie die Zufahrt zu einem BMW-Werk. In Wien verschüttete sie gefärbtes Speiseöl auf einer stark befahrenen Straße, nachdem diese zuvor für die Aktion gesperrt worden war.
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Neben zivilen Ungehorsamsaktionen sorgte Windl auch für Kontroversen durch gezielte Provokationen gegen die Politik. So beschmierte sie im Januar 2025 die Fassade der ÖVP-Parteizentrale in Wien mit Hundekot und hinterließ die Botschaft: „Hier stinkts nach brauner Scheisse.“
Aufenthaltsverbot und Haft: Anja Windl will weiter protestieren
Im April 2025 verhängte das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) ein offizielles zweijähriges Aufenthaltsverbot gegen Windl, das auf „erhebliche Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit“ zurückgeführt wurde. Grund dafür waren sowohl ihre Klimaproteste als auch die Teilnahme an einer Demonstration gegen die Koalitionsgespräche zwischen ÖVP und FPÖ. Windl reagierte kämpferisch: „Ich finde es unerhört, dass man mir das Recht abspricht, in Österreich zu protestieren“, sagte sie gegenüber „Heute.at“.
Außerdem legte sie Beschwerde ein, wodurch das Verbot vorläufig nicht vollzogen wurde. Sie bleibt bis zur endgültigen Entscheidung in Österreich und kündigte an, weiterhin aktiv zu protestieren: „Die staatlichen Repressionsversuche, um von den eigenen Versäumnissen im Klimaschutz abzulenken, nehmen leider willkürliche Ausmaße an.“
Im Juni 2024 trat die Klimaaktivistin in Wien eine 42-tägige Ersatzfreiheitsstrafe an, nachdem sie sich geweigert hatte, mehrere Geldstrafen zu bezahlen. Windl begründete diesen Schritt öffentlich als bewussten Akt des Widerstands gegen staatliche Repressionen, Kritiker sahen darin eine weitere Radikalisierung ihres Protests. Anfang 2025 folgte ein weiterer Haftaufenthalt: Zwischen Januar und Februar saß sie erneut rund sechs Wochen in Klagenfurt in Ersatzfreiheitsstrafe ein. Hintergrund waren unter anderem Verurteilungen im Zusammenhang mit einer Protestaktion an der Zentrale der ÖVP, bei der Hundekot verwendet wurde.
Auch in Deutschland steht Windl regelmäßig vor Gericht. Nach Blockadeaktionen in München und Berlin wurden gegen sie Geldstrafen verhängt, unter anderem ein Strafbefehl über 180 Tagessätze wegen einer Aktion am Stuttgarter Flughafen. Da sie die Strafen nicht zahlen konnte, drohen ihr Ersatzfreiheitsstrafen. Trotz der rechtlichen Konsequenzen bleibt die Aktivistin unbeirrt auf ihrem Kurs: „Wir stecken in der größten Klimakatastrophe, die Erde wird immer heißer. Ich bin froh, dass ich keine Kinder in die Welt gesetzt habe“, sagte sie 2023 vor dem Amtsgericht München.







