Die weltweite Vermögensungleichheit spitzt sich rasant zu. Laut einem neuen Bericht der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam stieg das weltweite Vermögen von Milliardären wie Elon Musk im letzten Jahr um 2,5 Billionen Dollar (etwa 2,2 Billionen Euro) auf einen neuen Rekordwert an – mit 16 Prozent Wachstum dreimal schneller als in den Vorjahren, wie Oxfam am Montag erklärte. Gleichzeitig lebe fast die Hälfte der Menschheit in Armut. Der Bericht erscheint zu Beginn des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Demnach besaßen die rund 3000 Milliardäre weltweit im vergangenen Jahr ein Vermögen von 18,3 Billionen US-Dollar (ungefähr 15,75 Billionen Euro). Seit 2020 wurden sie inflationsbereinigt um 81 Prozent, also um fast das Doppelte, reicher. Gleichzeitig lebe fast die Hälfte der Menschheit in Armut, betont Oxfam. Während die ärmste Hälfte 0,52 Prozent des weltweiten Vermögens besitzt, gehören dem reichsten Prozent 43,8 Prozent. Die zwölf Reichsten hätten nun mehr Geld als die ärmste Hälfte, das sind mehr als vier Milliarden Menschen.
Dem Bericht liegen Daten aus verschiedenen Quellen zugrunde. So führte Oxfam etwa „Forbes“-Schätzungen zum Vermögen von Milliardären mit Daten der Weltbank und solchen aus dem UBS-Weltvermögensreport zusammen. „Wir befinden uns in der Ära der Milliardär*innen – und das ist keine gute Nachricht für die Welt“, kommentiert Charlotte Becker, die Vorständin von Oxfam Deutschland.
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Elon Musk verdient in einer Sekunde das weltweite durchschnittliche Jahreseinkommen
Dem Oxfam-Bericht zufolge verdient der derzeit reichste Mann der Welt, Tech-Milliardär Elon Musk, in vier Sekunden das durchschnittliche weltweite Jahreseinkommen. Er müsste pro Sekunde mehr als 4500 Dollar verschenken, damit sein Vermögen schrumpfte.
Der Bericht listet noch andere absurde Fakten über die reichsten Milliardäre auf: Demnach seien die vier reichsten Männer der Welt mehr wert als alle Kühe der Welt zusammen. Weiter heißt es: „Die Milliardäre dieser Welt könnten mehr als 600 Milliarden Labubu-Blind-Boxes kaufen – es würde fast sechs Millionen Jahre dauern, sie alle auszupacken.“ (Blind Boxes sind zufällig verpackte Labubu-Sammlerfiguren.)
Während eines 20-minütigen Powernaps würden Milliardäre durchschnittlich 6000 Dollar verdienen, während eines achtstündigen Nachtschlafs seien es sogar 145.000 Dollar.
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Deutschland hat die viertmeisten Milliardäre aller Länder
Auch in Deutschland ist die Zahl der Milliardäre laut Oxfam im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, und zwar um ein Drittel auf nun 172. Damit habe Deutschland die viertmeisten Milliardäre weltweit. Ihr Gesamtvermögen habe inflationsbereinigt ebenfalls um rund 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar zugenommen.
Insgesamt, so rechnet Oxfam, verdiene ein deutscher Milliardär in weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland. Die Entwicklungsorganisation warnt, die große Lücke zwischen Arm und Reich sei auch hier „ein idealer Nährboden für antidemokratische Kräfte“. Dem müsse die Bundesregierung mit höheren Steuern für die Reichsten entgegensteuern, fordert Oxfam. Zuletzt hatte die SPD eine höhere Steuer auf Erbschaften in Millionenhöhe vorgeschlagen, die Union lehnt das aber ab.
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Oxfam: Milliardäre bedrohen Demokratie
Sorgen macht Oxfam, dass sich die Wirtschaftsmacht der Milliardäre deutlich sichtbar auch in politischer Macht niederschlage. Das sei etwa in den USA zu beobachten, und es höhle die Demokratie immer weiter aus, kritisiert Oxfams Deutschland-Chefin Becker. „Forbes“ schreibt über den US-Präsidenten: „Donald Trump steht der lukrativsten Präsidentschaft in der amerikanischen Geschichte vor und hat sein Vermögen um Milliarden erhöht, vor allem durch den Handel mit Kryptowährungen.“
Dem Oxfam-Bericht zufolge investierten 100 milliardenschwere Familien im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf die Rekordsumme von 2,6 Milliarden Dollar. Dass ein Milliardär ein politisches Amt bekleidet, sei schätzungsweise 4000 Mal wahrscheinlicher als bei einem normalen Bürger. Auch sieben der zehn größten Medienhäuser seien zumindest zu einem Anteil in der Hand von Milliardären.
os/dpa/afp






