Man kennt sie eigentlich nur als die Frau an der Seite von Nicolás Maduro. Cilia Flores trat bei öffentlichen Veranstaltungen immer mit ihrem Mann auf, manchmal sogar im gleichen Parteihemd. Sie hielt dabei seine große Hand fest, tanzte Salsa mit ihm und war einfach da, in den vergangenen Jahren allerdings deutlich dünner und erblondet. Ein öffentliches Wort hörte man von der 69-Jährigen dabei so gut wie nie, außer in ihrer Fernsehsendung „Con Cilia en Familia“ (etwa „Familiär mit Cilia“). 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Das alles wirft die Frage auf, warum Flores ebenfalls am Wochenende entführt wurde. Sie soll in den USA auch wegen Rauschgiftschmuggels und anderer Delikte angeklagt werden. 

Als First Lady wurde Flores von Maduro als „erste Kämpferin“ des Chavismus bezeichnet. Hinter den Kulissen galt sie als eine seiner wichtigsten Beraterinnen und Architektin seines politischen Überlebens. Flores wurde immer wieder der Korruption und des Nepotismus beschuldigt.

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In früheren Jahren war Flores politisch sehr aktiv und eine vehemente Verfechterin der sozialistischen und chavistischen Sache. Sie bewunderte Hugo Chávez, den Gründer der Bewegung des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“.

Venezuelas First Lady: Cilia Flores und ihre „Narco-Neffen“

Geboren am 15. Oktober 1956 in Tinaquillo, im Bundesstaat Cojedes im Landesinneren, war Flores von Beruf Anwältin, bevor sie in die Politik ging. Sie war zweimal verheiratet und ist Mutter von drei Kindern. Der 4. Februar 1992, der Tag des gescheiterten Militärputsches von Chávez gegen die damalige demokratische Regierung, war ihr politisches Erweckungserlebnis. Wie andere linke Aktivisten besuchte sie Chávez im Gefängnis, um ihm ihre Unterstützung anzubieten. Dabei lernte sie Maduro kennen, damals Leibwächter von Chávez, mit dem sie später eine Liebesbeziehung einging. 

In den Anfangsjahren von Chávez‘ Regentschaft ab 1998 war sie Sprecherin der Regierung, 2007 gründete sie die Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) mit, war vier Jahre lang (2006–2011) Präsidentin der Nationalversammlung und wurde 2012 Generalstaatsanwältin. Sie heiratete Maduro 2013, nachdem er nach dem Tod von Chávez zum Präsidenten gewählt worden war. „Flores wurde zu einer Schlüsselfigur des Regimes“, sagt José Enrique Arrioja, Chefredakteur von „Americas Quarterly“. „Sie war nicht nur Maduros emotionale, sondern auch seine berufliche Vertraute. Und sie war machtbesessen.“

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US-Angriff auf Venezuela: Maduro festgesetzt – was jetzt folgt
Im Krisenmodus
 

Kritiker und Opposition warfen ihr immer wieder vor, die Gehälter der Nationalversammlung während ihrer Präsidentschaft aufgebläht und Familienmitglieder in wichtige Positionen gebracht zu haben. Zudem kritisierten sie den verschwenderischen Lebensstil einiger ihrer engen Vertrauten.

Im November 2015 geriet sie im Fall der „Narco-Neffen“ in den Fokus. Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA hatte bei einer Razzia in Haiti zwei ihrer Neffen festgenommen, als diese versucht haben sollen, 800 Kilo Kokain in die USA zu schmuggeln.

Flores beschuldigte die USA, die beiden jungen Männer „entführt“ zu haben. Die Neffen wurden wegen Drogenhandels zu 18 Jahren Haft verurteilt, im Rahmen eines Gefangenenaustauschs unter der Regierung von US-Präsident Joe Biden jedoch 2022 nach Venezuela abgeschoben. Der Skandal wurde in der Heimat von den staatlichen Medien nicht aufgegriffen, war aber intern ein Desaster für das Machtpaar Maduro-Flores.