Es sind dramatische Szenen, die sich am späten Sonntagnachmittag (Ortszeit) am Bondi Beach in Sydney abspielen: Zwei Männer feuern mit Langwaffen um sich, laut australischer Polizei töten sie dabei mehrere Menschen. Die Zahl der Toten stieg in der Nacht auf Montag auf 16. Ihr Angriff gilt einer Feier zum Start der jüdischen Chanukka-Feierlichkeiten in unmittelbarer Nähe des berühmten Strands der Millionenmetropole. Kurz nach der Tat kursiert ein Video, das die Tat zeigen soll – und in dem ein Passant zum Helden wird.
This brave old man attacked one of the shooters & snatched the gun from him at Bondi beach, Australia! pic.twitter.com/KOzPPEC1by
— Notorious kendrix 🚀 (@AbasienoSam) 14. Dezember 2025
In dem kurzen Clip ist zu sehen, wie ein Mann – offenbar gekleidet in eine schwarze schusssichere Weste – Schüsse aus seiner Waffe abgibt. Ein Mann in weißem Hemd duckt sich zunächst hinter ein Auto, schleicht sich dann an den Angreifer heran, greift ihm um den Hals, ringt ihn zu Boden und entreißt ihm das Gewehr. Dabei fallen mehrere Schüsse. Während der Mann in Weiß mit der Waffe auf den Schützen zielt, entfernt sich der Angreifer langsam.
Später identifizieren australische Medien den Passanten als den 43 Jahren alten muslimischen Obstladenbesitzer Ahmed A. aus Sydney. Der zweifache Familienvater habe bei dem Gerangel um die Waffe zwei Schusswunden erlitten, erzählt sein Cousin dem Nachrichtensender „7News“. Er sei ins Krankenhaus gebracht worden, sein Zustand stabil.
Offensichtlich war Ahmed A. bewusst, dass es bei seiner Rettungsaktion um Leben und Tod geht. Denn der „Sydney Morning Herald“ zitiert den Cousin Jozay Alkani folgendermaßen: „Er (Ahmed A.; Anm. d. Red.) sagte zu mir: Ich werde sterben. Bitte sag meiner Familie, dass ich da runtergegangen bin, um Menschenleben zu retten.“

Bondi Beach: Australische Medien feiern Passanten als Helden
Nach dem Gerangel lehnt Ahmed A. die Waffe, bei der es sich laut australischen Medienberichten um eine Art Schrotflinte handeln soll, zunächst an einen Baum. In einer späteren Sequenz ist er zu sehen, wie er einen Gegenstand nach dem Angreifer wirft. In den Fokus der Aufnahmen gerät dann aber der zweite Angreifer, der von einer Brücke aus feuert, sich in den Feuerpausen immer wieder hinter der Brüstung duckt. Schließlich kommt eine weitere Person hinzu, die mit einer Waffe auf den Brückenschützen zielt. Dann bricht das Video ab.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In australischen Medien wird Ahmed A. als Held gefeiert. Chris Minns, Regierungschef des australischen Bundesstaats New South Wales, erklärte: „Dieser Mann ist ein wahrer Held, und ich habe keinen Zweifel daran, dass viele, viele Menschen heute Abend nur dank seines Mutes am Leben sind.“
Einer der beiden Schützen ist nach Angaben der Polizei erschossen worden, der zweite Schütze befinde sich in Polizeigewahrsam. Zudem meldete die Polizei, dass eine Reihe verdächtiger Gegenstände in der Umgebung von Spezialkräften untersucht werde, eine Sperrzone sei eingerichtet worden. Später meldeten die Behörde, Sprengvorrichtungen in einem Auto seien unschädlich gemacht worden.
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