Wir müssen uns Donald Trump als Wiedergänger von Ludwig XIV. vorstellen. Ganz wie der französische Sonnenkönig (1638-1715) vereint der US-Präsident einen absolutistischen Regierungsstil mit einem ins Maßlose gehenden Bauwahn. Das Weiße Haus ist bereits zum Opfer von Trumps architektonischen „Vorstellungen“ geworden. Die Räumlichkeiten wurden mit allerlei Goldverzierungen, neo-barocken Albtraumschnörkeln und sonstigem Kitsch aufpoliert, der Rosengarten in ein Betongrab verwandelt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Im Oktober wurde auch noch der Ostflügel des Weißen Hauses abgerissen, um Platz für Trumps Lieblingsprojekt zu machen – einen gigantischen Ballsaal à la Versailles, der bis zu 1000 Gästen Platz bieten soll. Der bisherige Architekt James McCrery wollte es dann aber doch eine Nummer kleiner. Wie die „Washington Post“ berichtet, soll McCrery zu Zurückhaltung geraten haben, um zu verhindern, dass der neue Ballsaal den bestehenden Bau des Weißen Hauses in den Schatten stellt. Dies kam wiederum bei Trump nicht gut an, weshalb er McCrery kurzerhand feuerte. Immerhin soll er weiter als Berater beim Bau tätig sein, berichtet das Blatt weiter.
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Neuer Ballsaal soll 300 Millionen Dollar kosten
Für den 300-Millionen-Dollar-Bau (rund 257 Millionen Euro) sei nun die Firma von Shalom Baranes zuständig, teilte das Weiße Haus am Donnerstag in Washington mit. Baranes soll die Arbeiten „auf die nächste Stufe“ heben, wie das Präsidentenbüro erklärte. Er präge das Gesicht der US-Hauptstadt „seit Jahrzehnten“.
Der Ballsaal soll nach dem Willen Trumps mit viel Gold, Stuck und üppigen Lüstern ausgestaltet werden. Der Präsident hat dafür nach eigenen Angaben umfangreiche Spenden aus der Privatwirtschaft eingeworben.

Das Bauvorhaben wird unter anderem vom Denkmalschutz scharf kritisiert, der in die Pläne nicht eingebunden war. Die Opposition im Kongress und Stimmen aus der Zivilgesellschaft werfen dem Präsidenten Verschwendung vor.
Trumps Bauvorhaben für die Hauptstadt sind mit dem Ballsaal aber wohl noch nicht abgeschlossen. Im Oktober präsentierte der US-Präsident seine Idee für einen Triumphbogen nach dem Vorbild des Pariser Arc de Triomphe. Trump ist bereits mächtig begeistert: „Es wird wirklich wunderschön werden“, zitierte der Sender CNN den Präsidenten. Konkrete Pläne für den Bau gibt es zwar noch nicht, dafür aber schon einen inoffiziellen Namen: Arc de Trump.
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