Verspätete Zustellungen, Briefe, die ohne erkennbaren Grund wieder beim Absender landen, oder Sendungen, die gleich ganz verloren gehen: Viele Kunden haben derzeit den Eindruck, dass die Post nicht liefert, was sie verspricht.

Der Mann, bei dem die Beschwerden über den Service eingehen, ist Klaus Müller. Als Chef der Bundesnetzagentur leitet er die Behörde, die die Aufsicht hat über die Post. Er macht dem Unternehmen jetzt Druck. Sollte sich die Leistung nicht bessern, drohen der Post Strafzahlungen.

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Meine schwerste Entscheidung

„Wenn die Post unseren Anordnungen dann nicht nachkommt, kann das im Extremfall teuer für sie werden“, sagte Müller dieser Redaktion. „Wir wollen, dass die Post ihre Dienstleistung verbessert. Das hat sie uns auch zugesagt. Wenn das nicht eintritt, haben wir Möglichkeiten laut dem Gesetz, und die werden wir nutzen.“

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Im Sommer stapelten sich bei der Bundesnetzagentur die Beschwerden

Im Sommer habe die Bundesnetzagentur sehr viele Beschwerden über die Post erhalten, sagte der Chef der Netzagentur. „Das ist jetzt etwas weniger geworden. Und die Post hat Besserung gelobt“, fügte Müller hinzu. „Das werden wir beobachten.“ Im ersten Halbjahr 2025 war eine Rekordzahl von 22.981 Beschwerden über Postdienstleistungen bei der Regulierungsbehörde eingegangen, 89 Prozent davon richteten sich gegen den Marktführer Post/DHL. Post-Chef Tobias Meyer sagte dieser Redaktion im Interview, das Unternehmen liefere insgesamt „sehr gute Qualität“.

Die Post ist zurzeit dabei, einen Teil ihrer Filialen durch neue Automaten zu ersetzen. Die Entscheidung darüber, wann eine solche Umwandlung erlaubt ist, liegt bei der Bundesnetzagentur.

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Netzagentur-Chef Müller kann der Umwandlung von Postfilialen in Postautomaten Positives abgewinnen. „Viele Leute, die tagsüber arbeiten, haben keine Chance, zu den Öffnungszeiten in eine Postfiliale zu gehen“, sagte er. „Für diese Kunden sind gut gemachte Automaten mit 24-Stunden-Service eine gute Sache.“

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Für die Genehmigung eines Automaten sei wichtig, was die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in den betreffenden Kommunen sagten. „Und es muss klar sein, dass die Post echte Anstrengungen unternommen hat, vor Ort eine Filiale zu etablieren“, sagte er. „Wenn das nachgewiesenermaßen keinen Erfolg hatte, kommen Automaten infrage. Automaten sind besser als gar keine Post vor Ort.“