In den beinahe vier Jahren seit dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine habe ich als Reporter gesehen, wie Städte zu Ruinenlandschaften wurden. In Awdijiwka, Bachmut, Marjinka, Tschassiw-Jar oder Pokrowsk gibt es kein Leben mehr. In Städten wie Cherson, Kramatorsk, Lyman oder Slowjansk kann jeder Schritt vor die Tür den Tod bedeuten, weil russische Drohnenpiloten Jagd auf Menschen machen.

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Ballistische Raketen und Gleitbomben haben ganze Wohnblocks zerstört. Zuletzt starben am Mittwochmorgen in Ternopil im Westen der Ukraine 28 Menschen beim Einschlag eines Geschosses in ihr Haus. Darunter drei Kinder. Der zwischen der Trump-Administration und Moskau ausgehandelte Friedensplan belohnt den Aggressor, der für all das verantwortlich ist – jedenfalls ausweislich der bislang bekannt gewordenen Details.

Washington streicht Milliarden-Gewinne ein. Europa zahlt viele Milliarden. Russland erhält selbst Gebiete im Donbass, die es noch nicht erobert hat. Dafür erhält die Ukraine vage Sicherheitsgarantien, die sich die USA bezahlen lassen, muss aber ihre Bestrebungen aufgeben, sich unter den Schutzschirm der Nato zu begeben.

Empfang für NRZ Reporter Jan Jessen
Jan Jessen ist Kriegs- und Krisenreporter dieser Redaktion.© FUNKE Foto Services | Kerstin Kokoska

Das sieht der 28-Punkte-Plan unter anderem vor. Kein Vertun: Jeder Mensch klaren Verstandes in der Ukraine will Frieden. Die russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur machen das Leben immer schwieriger. Die Friedhöfe sind überfüllt mit den Gefallenen. Die militärische Situation im Osten ist problematisch. Dass sich Kiew aber auf einen unter Ausschluss der Ukraine und der europäischen Partner ausgehandelten Deal einlassen kann, der so deutlich die Handschrift Moskaus trägt, ist schwer vorstellbar. Es hieße, die Kapitulation zu unterschreiben.