Männer töten Frauen. Meistens in Partnerschaften, und da häufig, weil sich die Frau trennen möchte – oft nach jahrelangen Gewalterfahrungen. Es sind Männer, die es nicht verkraften, dass ihre Partnerin neue Wege gehen will oder – endlich – in Sicherheit leben. Darüber kollabiert ihr Welt- und Selbstbild und sie verfallen in tödliche Raserei.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Partner, die Täter werden: Das ist mit Abstand die häufigste Form von Femiziden in Deutschland, so das Ergebnis einer neuen Studie aus Tübingen und Niedersachsen. Alkohol und Drogen spielen dabei eine Rolle, genauso Sexismus, psychische Erkrankungen oder die gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage der Täter und Opfer: wenig Geld, kaum Bildung – keine Perspektive.
Zu den Ergebnissen gehört auch: Migrantische Täter – und Opfer – sind überrepräsentiert. Das Muster: Die Paare wandern zusammen ein, doch dann lösen sich die Frauen von ihren Männern und bezahlen dies mit ihrem Leben.
Männer müssen sich von patriarchalen Vorstellungen lösen
Nun aber mit dem Finger auf Geflüchtete zu zeigen, greift viel zu kurz. Es gilt, will man Frauen vor Gewalt und die Täter vor sich selbst schützen, vielmehr: Menschen brauchen unabhängig von ihrer Herkunft Perspektiven, Hilfe, Bildung und Arbeit.
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Gefragt ist die Gesellschaft als Ganzes. Sie muss Frauen Schutz bieten, gezielt auf jene mit Einwanderungsgeschichte zugehen. Sie muss eingewanderte Männer aufklären über Frauenrechte und von ihnen einfordern: Wollt ihr bleiben, habt ihr diese Rechte zu achten. Sie muss gleichzeitig Männern Raum geben, sich neue Rollen zu suchen, ob in Neukölln oder Neuss.
Aufgefordert sind aber besonders: Männer. Sie müssen sich lösen von patriarchalen Vorstellungen, in denen sie abzuliefern haben und die Frauen zu gehorchen. Es muss männlich werden, weich zu sein: sich Hilfe zu holen, Kinder zu hüten – und Frauen als gleichberechtigt zu respektieren.






