Wegen Diskussionen um das Sicherheitskonzept erhält der Magdeburger Weihnachtsmarkt vorerst keine Genehmigung. Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) informierte am Abend den Stadtrat in einer Sondersitzung darüber, wie die Stadt mitteilte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Grund für das Vorenthalten der Genehmigung ist nach Angaben der Stadt ein Schreiben des Landesverwaltungsamtes, in dem das diesjährige Sicherheitskonzept der Marktveranstalter bemängelt wird. Der Veranstalter schaffe mit dem Weihnachtsmarkt „ein potentielles Anschlagsziel“, hieß es darin. Das Landesverwaltungsamt kritisierte zudem, dass die Weihnachtsmarktgesellschaft die Verantwortung für Anschläge und Amoktaten bei der Polizei und den Sicherheitsbehörden sehe. Es herrschten außerdem Bedenken beim Kinder- und Jugendschutz.
Borris zeigte sich über das Schreiben des Landesverwaltungsamtes überrascht. „Bislang hatte uns niemand in dieser Form mitgeteilt, dass der Magdeburger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr allein durch seinen Betrieb zu einem potentiellen Anschlagsziel wird“, sagte sie dem Stadtrat. Ein Grund für diese Einschätzung sei nicht geliefert worden. Dennoch werde die Stadt diese Aussage sehr ernst nehmen, „ da die Sicherheit absolute Priorität hat“.
Anschlag auf Weihnachtsmarkt liegt nur ein Jahr zurück
Im vergangenen Jahr wurde auf dem Weihnachtsmarkt ein Anschlag verübt. Fast elf Monate nach der Tat, steht der mutmaßliche Täter seit dieser Woche vor Gericht. Der inzwischen 51-Jährige raste am 20. Dezember 2024 in eine Menschenmenge auf dem Gelände. Fünf Frauen und ein Kind starben, mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg wirft Taleb al-Abdulmohsen in der Anklage unter anderem Mord in sechs und versuchten Mord in 338 Fällen vor.
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Magdeburg: 180 Nebenkläger im Prozess
Der Mann aus Saudi-Arabien wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Er war 2006 nach Deutschland gekommen und vor der Todesfahrt im Maßregelvollzug in Bernburg (Salzlandkreis) als Arzt tätig.
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Rund 180 Betroffene und Hinterbliebene nehmen als Nebenkläger am Verfahren teil. Es ist eines der größten Verfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Damit alle Betroffenen teilnehmen können, wurde eigens ein Interims-Gerichtsgebäude errichtet.
lro/dpa






