Das Bild vom neunjährigen André ging um die Welt und direkt ins Herz: die braunen Augen, das verschmitzte Lächeln; es strahlt Lebensfreude aus. Nach dem furchtbaren Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt teilte die Mutter das Foto ihres Sohnes auf Facebook und gab dem jüngsten Todesopfer damit in der Öffentlichkeit ein Gesicht. Das Attentat vor fast einem Jahr veränderte das Leben der Familie; die Frage nach dem Warum wird sie immer begleiten. Warum sind wir an dem Abend auf den Weihnachtsmarkt gefahren, warum musste unser Kind sterben, warum hat keiner die Gefahr gesehen …?

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Am Montag beginnt nun der Prozess gegen den Mann, der den Wagen in die Menge der Menschen steuerte. Für viele Angehörige, die nach Antworten dürsten, werden das schmerzhafte Monate. Verständlich, denn solche Prozesse sind häufig eine Bühne für die Täter: Diese können ausführlich ihre Motive, ihre Gedanken, ihre Gefühlswelt schildern, während das Leid der traumatisierten Opfer und Angehörigen in den Hintergrund gerät. Das ist für diese kaum zu ertragen.
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Kann es eine gerechte Strafe für Menschen geben, die eine derartig monströse Tat begangen haben? Auch diese Frage stellt sich sicher nicht nur die Familie des getöteten André. Es wird ein Mammut-Verfahren in einem extra dafür errichteten Gerichtssaal mit Platz für 700 Menschen und einem enormen Medienrummel. Der Aufwand ist riesig, an den daraus resultierenden Kosten in Millionenhöhe gab es Kritik. Doch der Prozess ist auch deswegen in dieser Dimension so wichtig, weil viele Betroffene als Nebenkläger daran teilnehmen und ihre Stimme gehört werden muss. In einer Demokratie sind transparente und rechtssichere Verfahren unerlässlich. Wenn dieser Prozess jetzt dazu beiträgt, dass die Sicht der Opfer auch künftig noch viel stärker in den Mittelpunkt rückt, ist schon viel gewonnen.





