Dieser Text ist keine Belehrung. Er ist ein Lob auf die Freiheit. Es geht um Alkohol. „Zweifellos gehört Alkohol in Deutschland für viele Menschen zur Lebensfreude“, sagt der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck. Für mich ist das nicht mehr so. Der Alkohol ist aus meinem Leben fast ganz verschwunden, auch bei Feiern und Empfängen.

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Ich hatte nie ein Problem mit Alkohol – und dennoch trinke ich nur noch gelegentlich mal ein Bier. Warum? Es sind ganz persönliche Gründe. Ich bin keine 20 mehr, Drinks am Abend stecke ich nicht mehr so verlässlich weg. Zudem beeindrucken mich jüngere Studien über die negativen Folgen schon kleiner Mengen Alkohol für den Körper.

Mein Alkohol-Motto: Trinken und nicht trinken lassen

Predige ich damit Verzicht, Askese und Abstinenz? Auf keinen Fall, ich will niemanden bekehren, schon gar keinen Kulturkampf um den Alkohol anzetteln. Ich will niemandem vorschreiben, wie er gesellig zu sein oder zu feiern hat. Mein Motto: Trinken und trinken lassen. Aber auch: Trinken und nicht trinken lassen.

Kommentarfoto Jan Dörner
Jan Dörner ist Chefreporter Politik in der FUNKE Zentralredaktion.© Reto Klar | Reto Klar

Lange musste man sich rechtfertigen, wenn man verzichtete. Etwa, wenn jemand mit einem fröhlichen „Geht auf mich!“ ungefragt eine Runde bestellt hatte. Gerade in Männergruppen. Aber auch Frauen machten sich verdächtig und bekamen die Frage zu hören: „Bist du schwanger?“ Anstoßen kann man nur mit Alkohol? So ein Quatsch. Wichtig ist das Zusammensein, nicht die Zusammensetzung im Glas.

Das hat sich in den letzten Jahren merklich geändert, ebenso wie die Getränkeauswahl. Wer keinen Alkohol trinken möchte, muss sich nicht mehr beim stillen Wasser langweilen. Ich genieße diese Freiheit. Man sollte Alkohol trinken, weil man es will. Nicht, weil man denkt, dass man es muss.