Sam O‘Hara befand sich 11. September in Washington auf dem Rückweg von seiner Arbeit, als er bewaffnete Nationalgardisten aus dem US-Bundesstaat Ohio sah, die durch die Straßen patrouillierten. Er folgte ihnen und spielte dabei den „Imperial March“ aus Star Wars – etwas, das er als Protest schon viele Male zuvor gemacht hatte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Doch diesmal machte ihm einer der Nationalgardisten sehr schnell klar, dass er die Polizei rufen werde, wenn O‘Hara ihnen weiter mit der Musik folgen würde. Wenig später rückten dann auch Polizisten an, nahmen den 35-Jährigen fest und beschuldigten ihn der Belästigung der Soldaten, was O‘Hara bestritt. Ihm wurden Handschellen angelegt – erst nach 20 Minuten ließen sie ihn frei.

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Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, verklagt O‘Hara nun den Hauptstadtdistrikt, weil er seine verfassungsmäßigen Rechte verletzt sieht. Demnach hätte er mit dem „Imperial March“ nur friedlich protestiert, aber nicht die Nationalgardisten an ihrer Arbeit behindert. „Das Gesetz hätte ein solches Vorgehen der Regierung in einer weit, weit entfernten Galaxie vielleicht vor langer Zeit toleriert. Doch im Hier und Jetzt verbietet der Erste Verfassungszusatz Regierungsbeamten, friedliche Proteste zu unterdrücken“, heißt es in der Klage.

O’Hara verklagte zudem die vier Polizisten, die ihn festgenommen hatten und das Mitglied der Nationalgarde, das sie zum Einsatzort gerufen hatte. In der Klage wirft er ihnen vor, sein Recht auf freie Meinungsäußerung gemäß dem Ersten Verfassungszusatz und sein Recht auf Schutz vor unrechtmäßigen Festnahmen und übermäßiger Gewaltanwendung gemäß dem Vierten Verfassungszusatz verletzt zu haben. O’Hara fordert eine nicht näher bezifferte Entschädigung und einen Strafschadenersatz.

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Nach eigenen Angaben protestiert O‘Hara, der als Künstler im Gastgewerbe arbeitet, schon länger mit der Stars-Wars-Melodie gegen US-Präsident Donald Trump. „Wenn ich bewaffnete Truppen auf unseren Bauernmärkten, vor meinen Lieblingsrestaurants und meinem Hundeauslaufplatz sehe, denke ich nicht: ‚Wow, ich fühle mich sicher.‘“, sagte O‘Hara. „Ich denke eher: ‚Das sind Sturmtruppen. Ich fühle mich wie in einer Star-Wars-Folge oder einem Star-Wars-Film, und das ist wie eine einfallende, dunkle Macht.‘“

Washingtons Bürgermeisterin Muriel Browser und die Polizei lehnten bislang eine Stellungnahme zu O‘Haras Klage ab. Auch die Nationalgarde von Ohio wollte sich bislang nicht äußern. Die Soldaten patrouillieren in der US-Hauptstadt auf Anordnung Trumps – sehr zum Unmut der größtenteils liberalen Einwohner Washingtons, die dagegen protestieren. Washingtons Generalstaatsanwalt Brian Schwalb hatte zudem Trump verklagt, um die Maßnahme zu stoppen.

jst/FMG