Es ist eine Zahl, die spürt man nicht, wenn man durch die Stadt läuft. Man ahnt sie nicht, wenn man in Betrieben, in Schulen, auf Märkten unterwegs ist: Jeden Tag sterben sechs Menschen, weil sie zu viel Drogen konsumiert haben. Kokain und Heroin sind heute leicht verfügbar, oftmals kommunizieren Dealer und Kunde über verschlüsselte Messengerdienste. Vor allem eines muss alarmieren: Die Zahl der Drogentoten unter 30 Jahre ist um 14 Prozent angestiegen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das Bundeskriminalamt (BKA) hat gemeinsam mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und dem Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Hendrik Streeck, gleich zwei Lagebilder vorgestellt: zur Organisierten Kriminalität und zur Rauschgiftkriminalität. Das beides zu verbinden, hat Sinn: Denn organisierte Kartelle machen mit Drogen ihr Geschäft. Es ist ein Milliarden-Business. Es ist geprägt von Ausbeutung und Gewalt. Nur davon bekommen die Konsumenten oftmals nicht mit. Sie brauchen nur den Stoff für ihre Sucht.
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Mehr Polizei wird nicht helfen
Die Nachfrage nach Drogen ist in Deutschland ungebrochen hoch. Synthetische Opioide wie Nitazene sind auf dem Vormarsch. Nun verspricht Dobrindt allein dem BKA mehrere Hundert neue Stellen für Ermittler. Die Polizei soll mehr Befugnisse bekommen, um die Geldströme der Kriminellen aufzudecken. Das alles ist richtig. Doch das alles reicht nicht.
Die Politik muss wegkommen von der Idee, Drogenmärkte allein mit Härte und Polizei zu bekämpfen. Noch immer dominiert das Mantra: Wir haben ein Problem, also verschärfen wir die Gesetze. Dass diese Masche scheitern muss, sehen selbst Ermittler längst ein.

Was Deutschland im Kampf gegen die Drogen braucht: Mehr Beratungsstellen und Aussteigerprogramme. Drogenkonsum darf nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Im Gegenteil: Wir müssen mehr mit Suchtkranken sprechen. Therapiestellen brauchen endlich ausreichend Geld, die Politik muss für mehr Aufklärung an Schulen, in Jugendzentren sorgen. Mit Personal, mit Geld. Das hilft am Ende auch den Ermittlern.





