Parteifunktionäre der Republikaner machten in Chatgruppen offenbar zahlreiche Witze über Hitler, Vergewaltigung und Sklaverei. Das berichtete am Dienstag das US-Medium „Politico“, dem nach eigenen Angaben die Inhalte der Telegram-Chats vorliegen. Das Verhalten der zahlreichen Beteiligten wurde mittlerweile von US-Vizepräsident JD Vance als Jugendsünden in den Schutz genommen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In den Chats sollen sich Anführer der lokalen Jugendorganisationen der Republikaner regelmäßig rassistischer, sexistischer und antisemitischer Sprache bedient haben, um sich über politische Angelegenheiten auszutauschen. Insgesamt will „Politico“ 2900 Seiten an Nachrichten aus den Monaten Januar bis August ausgewertet haben, die von den Teilnehmern aus den US-Bundesstaaten New York, Vermont, Arizona und Kansas versendet wurden.
Unter anderem seien in den Chats Nachrichten geteilt worden, in denen Schwarze Menschen als Affen und „Wassermelonen-Menschen“ bezeichnet wurden. Andere Teilnehmer hätten darüber fantasiert, politische Gegner zu vergasen oder vergewaltigen. In den Chats witzelten die Teilnehmer sogar selbst über mögliche Konsequenzen, die eine Veröffentlichung der verstörenden Nachrichten hätte.
News aus den USA
Republikanischer Nachwuchspolitiker bezeichnet Vergewaltigung als „episch“
Der stellvertretende Vorsitzende der republikanischen Jugendorganisation im US-Bundesstaat Kansas, William Hendrix, nutzte laut „Politico“ mindestens ein Dutzend Mal das rassistische „N-Wort“ für Schwarze Menschen. Bobby Walker, der die gleiche Position im Staat von New York innehatte, habe Vergewaltigung als „episch“ bezeichnet.
Der damalige Vorsitzende derselben Organisation, Peter Giunta, schrieb im Juni zu einer anstehenden Abstimmung: „Jeder, der mit Nein stimmt, geht in die Gaskammer.“ „Ich liebe Hitler“, schrieb er in einer anderen Nachricht. Er machte außerdem Witze über die angebliche Unfähigkeit nicht-weißer Pilotinnen, ein Flugzeug zu fliegen.
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JD Vance verteidigt rassistische Nachrichten
Wie die „New York Times“ und „Politco“ berichten, seien einige der Chat-Teilnehmer mittlerweile von ihren parteilichen Aufgaben in entbunden worden, andere hätten freiwillig gekündigt. Mehrere Republikaner verurteilten die Chat-Nachrichten. US-Präsident Donald Trump äußerte sich bisher nicht zu den Enthüllungen. Dafür geht sein Vize JD Vance in die Offensive.
„Die Realität ist, dass Kinder dumme Dinge tun, besonders junge Jungen“, sagte Vance in einer Episode des „Charlie Kirk Podcast“, der von Kollegen des im September ermordeten rechten US-Aktivisten Charlie Kirk weitergeführt wird. „Sie erzählen schräge, anstößige Witze. So sind Kinder eben“, führte Vance weiter aus.
„Und ich möchte wirklich nicht, dass wir in einem Land aufwachsen, in dem ein Kind, das einen dummen Witz erzählt – einen sehr anstößigen, dummen Witz –, sein Leben ruiniert.“ Laut einer Recherche des US-Magazins „Mother Jones“ seien acht von elf Teilnehmern zum Zeitpunkt der Chats zwischen 24 und 35 Jahre alt gewesen.
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Hakenkreuz auf US-Flagge in Abgeordnetenbüro entdeckt
Nur einen Tag nach den Chat-Enthüllungen berichtete „Politico“ von einem Hakenkreuz, das im Büro von Dave Taylor, einem Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus, zu sehen gewesen sein soll. Während eines virtuellen Meetings sei an der Trennwand eines Büromitarbeiters von Taylor eine amerikanische Flagge mit Hakenkreuz zu sehen gewesen. „Politico“ liegt ein Screenshot der Flagge vor, unklar sei bisher, wem sie wirklich gehört.
EXCLUSIVE: Capitol Police are investigating a swastika found in GOP Rep. Dave Taylor’s office.
— POLITICO (@politico) October 15, 2025
“The content of that image does not reflect the values or standards of this office, my staff, or myself, and I condemn it in the strongest terms," Taylor said.https://t.co/QNVuSy764H
„Mir ist ein Bild bekannt, das ein abscheuliches und zutiefst unangemessenes Symbol in der Nähe eines Mitarbeiters in meinem Büro zu zeigen scheint“, zitiert „Politico“ aus einer Erklärung Taylors. „Der Inhalt dieses Bildes spiegelt weder die Werte noch die Standards dieses Büros, meiner Mitarbeiter oder meiner selbst wider, und ich verurteile es aufs Schärfste.“ Die Polizei des Kapitols wurde ermittelte wegen des Vorfalls im Büro des Abgeordneten. Laut einem Sprecher vermute Taylor hinter dem Hakenkreuz „faules Spiel“ oder „Vandalismus“. Er habe eine eigene Untersuchung zu dem Vorfall eingeleitet und wolle sich bis zum Ergebnis nicht weiter äußeren.













