Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scheint sich den Wünschen der deutschen Autoindustrie und großer Teile der Bevölkerung zu beugen und das beschlossene Verkaufsverbot für Benziner und Dieselautos ab 2035 kippen zu wollen. „Ich werbe gegenüber der EU-Kommission dafür, dass wir dieses Verbrennerverbot aufheben“, sagte Merz am Freitag in Berlin. Merz verwies auf die große Zahl an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, die auch nach 2035 noch auf den Straßen sein würden. Allein in Deutschland seien dies rund 40 Millionen, in Europa etwa 250 Millionen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der Kanzler will die EU-Kommission zu einer schnellen Entscheidung in dieser Frage drängen, möglichst noch in diesem Jahr. Unternehmen bräuchten Planungssicherheit für ihre Investitionen in neue Technologien, begründete Merz seine Forderung. Gleichzeitig musste er eingestehen, dass beim Koalitionspartner SPD in weiten Teilen eine andere Auffassung vorherrscht. Die Sozialdemokraten wollen am Verbrenner-Aus 2035 festhalten.
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Verbrenner-Aus stößt bei einem Großteil der Deutschen auf Ablehnung
Die schwer angeschlagene deutsche Autoindustrie drängt weiter auf eine Aufhebung des Verbrenner-Verbots. Der Kanzler will die Spitzen der Autokonzerne am 9. Oktober zu einem Krisengipfel empfangen, wo auch das Thema Verbrenner-Aus ganz oben auf der Tagesordnung stehen wird. Die Branche ist vom Verlust zehntausender Arbeitsplätze betroffen.
Das geplante Aus für neue Autos mit Verbrennungsmotor in Europa ab 2035 stößt bei den Deutschen auf breite Ablehnung. Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur verlangen 44 Prozent der Befragten von der Bundesregierung, sich gegen das Verbot für neue Diesel- und Benzinautos einzusetzen. Weitere 19 Prozent wollen, dass die Regierung sich für eine Verschiebung starkmacht. Nur 24 Prozent erwarten von der Regierung, dass sie für die Beibehaltung der Regelung im Jahr 2035 eintritt.





