Wer Wirtschaftsnachrichten liest, muss in diesen Tagen tapfer sein – eine Horrornachricht jagt die nächste. VW, Porsche und Evonik erschüttern die Märkte mit Gewinnwarnungen, Bosch seine Beschäftigten in Deutschland mit einer weiteren Entlassungswelle. Die großen Unternehmen finden noch in die Schlagzeilen, die kleinen sterben leise.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Und Besserung ist nicht in Sicht. Seit drei Jahren stagniert die Wirtschaft, ein echtes Wachstum gibt es seit 2018 nicht mehr. Im laufenden Jahr soll es nach der Prognose der Wirtschaftsinstitute etwas besser werden, aber nur, weil der Staat gepumptes Geld investiert. Deutschland hat ein echtes strukturelles Problem: Unsere Exportmärkte brechen weg, uns fehlen Fachkräfte, uns fehlt der Ehrgeiz, uns fehlt der Arbeitsethos. Wie 2003 steht die Republik vor herausfordernden Zeiten. Aber wo ist der neue Gerhard Schröder?

Merz und Klingbeil reden von Reformen – Nur die Taten fehlen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat immerhin in dieser Woche angesichts des drohenden Haushaltslochs tiefgreifende Einschnitte und Reformen gefordert. Es dürften keine kleinen Trippelschritte sein, sondern es müssten große Veränderungen werden. Recht hat er, aber seine Partei bremst, wo sie nur kann. Ein wenig erinnert Klingbeil an Karl Valentin: „Mögen hätt‘ ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.“

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Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) erinnert eher an einen großen Rhetoriker als an einen großen Reformer. Er sagt zwar zur Lage der Wirtschaft, es sei „eins nach zwölf“ und hat einen Herbst der Reformen angekündigt. Aber viel mehr als Arbeitskreise sind noch nicht herausgekommen. Wie seine Vorvorgängerin Angela Merkel nimmt er zärtliche Rücksicht auf die SPD, zögert und zaudert. Deutschland hat aber im Februar Merz gewählt, nicht Merkel.