Wer Umweltpolitik betreibt, braucht einen langen Atem. Die Debatten ziehen sich ewig hin und bis Beschlüsse gefasst werden, können Jahre ins Land gehen. Noch viel länger dauert es mitunter, bis sich die erhofften Ergebnisse einstellen. Die politischen Akteure von damals sind dann oft nicht mehr im Amt oder unter den Lebenden.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Am Dienstag machte eine interessante Nachricht die Runde: Die schützende Ozonschicht rund um den Erdball erholt sich weiter, das so genannte Ozonloch ist kleiner als im Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2020. Jüngere Menschen werden mit der Information womöglich wenig anfangen können, ältere aber sehr wohl: Das Ozonloch war – neben dem Waldsterben – eines der großen umweltpolitischen Themen der 1980er und 1990er Jahre.

Schutz der Ozonschicht: Auch Helmut Kohl half mit
Der Mensch selbst hat die schützende Schicht durch das hemmungslose Emittieren bestimmter Gase geschädigt. Aber ihm gelang es auch, mit Diplomatie, technischer Innovation und Verboten die Wende zum Besseren zu erreichen. Es gab internationale Abkommen zur Schutz der Ozonschicht und in Deutschland insbesondere die so genannte FCKW-Halon-Verbotsverordnung, erlassen 1991 in der Regierungszeit von Kanzler Helmut Kohl (CDU).

Daraus folgt: Es braucht neben einem langen Atem auch Entschlossenheit und Mut, um Umweltkrisen globalen Ausmaßes einzuhegen. Wenn nötig, braucht es auch mitunter sogar Verbote – verbunden mit klaren Fristen und verlässlichen Ansagen. Die Parallelen zum Klimaschutz sind offenkundig. Leugnen, Kleinreden oder das ewige Aufschieben von unbequemen Veränderungen helfen nicht weiter. Die Akteure von damals, die sich mit dem Ozonloch befassen mussten, waren sich dessen bewusst und wurden ihrer Verantwortung gerecht. Wir sollten ihnen dankbar sein.




