US-Vizepräsident JD Vance (41) hat mit fragwürdigen Aussagen über das Ende des Zweiten Weltkriegs für Empörung gesorgt. In einem Interview mit dem Sender NBC wurde Vance von der Moderatorin auf seine milden Positionen gegenüber Russland angesprochen. Vance bekräftigte, dass die Ukraine Territorien abgeben müsse, um den Krieg zu beenden – und begründete das mit einem historisch fragwürdigen Vergleich.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Wenn Sie sich den Zweiten Weltkrieg ansehen oder jeden größeren Konflikt in der Menschheitsgeschichte, die endeten alle mit einer Form von Verhandlungen“, behauptete Vance. Ob der Vize-Präsident bewusst log oder schlicht schlecht in Geschichte ist, bleibt Spekulation. Klar ist: Der Zweite Weltkrieg endete mit der vollständigen Kapitulation Nazi-Deutschlands im Mai 1945 – und der Kapitulation Japans im darauffolgenden September.
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Verhandlungen waren dafür nicht ausschlaggebend, vielmehr das entschiedene Eingreifen der USA in den Krieg – heute vor allem mit dem D-Day erinnert, der Landung der Alliierten Truppen in der Normandie. Ein US-Vizepräsident könnte das wissen. Offenbar kennt sich Vance aber selbst mit der Geschichte seines eigenen Landes schlecht aus. Denn auch der US-amerikanische Bürgerkrieg (1861 bis 1865) endete mit der vollständigen Kapitulation der Konföderation. Auf der Plattform „X“ erntete Vance auch prompt Kritik für seine Geschichtsverdrehung. „Lies mal ein Buch“ ist einer der netteren Kommentare in Richtung Vance auf der Plattform.
JD Vance: Russland zu Eingeständnissen bereit
Doch um Wahrheit geht es längst nicht mehr. So behauptete Vance im gleichen Interview auch, Russland habe „erhebliche Zugeständnisse“ gemacht und sich in den Gesprächen mit Trump bei seinen Kernforderungen flexibel gezeigt. Russland habe zugestimmt, „dass die Ukraine nach dem Krieg ihre territoriale Integrität behalten wird. Sie haben erkannt, dass sie in Kiew kein Marionettenregime installieren können.“
Vance bekräftigte, die USA würden keine Truppen schicken, um ein Friedensabkommen durchzusetzen. „Der Präsident hat sich sehr klar ausgedrückt. Es wird keine Bodentruppen in der Ukraine geben.“ Aber die USA würden weiterhin eine aktive Rolle spielen, um sicherzustellen, dass die Ukrainer die Sicherheitsgarantien und das Vertrauen hätten, die sie bräuchten, um den Krieg von ihrer Seite aus zu beenden – und dass die Russen das Gefühl hätten, dass sie den Krieg von ihrer Seite aus beenden könnten.
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Tatsächlich sind die Hoffnungen auf ein von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestelltes baldiges Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Kremlchef Wladimir Putin nach Äußerungen aus Moskau weitgehend verflogen.

Außenminister Sergej Lawrow hatte erklärt, dass solch ein Treffen gut vorbereitet sein müsse und wiederholte bekannte Forderungen, die eher an Bedingungen für eine Kapitulation der Ukraine erinnern als an ein echtes Friedensangebot – anders als Vance ist dem Russen offenbar bewusst, dass Kriege auch ohne Verhandlungen enden können. Dann nämlich, wenn eine Seite gewinnt.
lro mit dpa






