Wer sein Kind beim Surfen im Netz schützen will, steht oft ratlos da: Gewaltvideos, pornografische Inhalte, gefährliche Challenges – das Internet ist schlicht kein kindersicherer Raum. Darauf muss die Politik reagieren. Doch verpflichtende Alterskontrollen verfehlen den eigentlichen Kern des Problems.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ein Blick nach Großbritannien zeigt, warum: Nach Einführung des Online Safety Acts stiegen dort die VPN-Abonnements massiv. Wer will, kann damit seinen Standort verschleiern und die Kontrollen umgehen. Das Gesetz erreicht also sein Ziel nicht – und schafft gleichzeitig neue Probleme.
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Kinderschutz online ist wichtig – aber nicht auf Kosten aller Nutzer
Denn derartige Alterskontrollen erfordern die Weitergabe sensibler Daten: Personalausweis, Kreditkarte oder andere Identitätsnachweise müssen an Plattformen übermittelt werden. Oft landen diese Informationen auf Servern außerhalb der EU, wo Datenschutz und Sicherheit nicht garantiert sind. Cyberkriminalität wie Identitätsdiebstahl ist bereits jetzt ein wachsendes Problem. Millionen neuer Datensätze steigern das Risiko zusätzlich.
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Wirklicher Schutz sieht anders aus. Filtereinstellungen, Aufklärung und die Moderation schädlicher Inhalte wirken direkt – ohne massive Eingriffe in die Privatsphäre. Auch technische Lösungen, wie der von der EU vorgeschlagene Age-Verification-Blueprint oder die EUDI Wallet, sind eine Idee: Sie bestätigen lediglich das Alter eines Nutzers, ohne dass Plattformen Zugriff auf private Daten erhalten.

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen online ist wichtig und richtig – darf aber nicht auf Kosten aller anderen Nutzer gehen. Er muss auf datensparsame Lösungen setzen, nicht auf bürokratischen Kontrollen, die leicht zu umgehen sind.









