Der ukrainische Präsident Wolodomyr Selenskyj reist mit guten Nachrichten von der Front zu seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump. Den ukrainischen Streitkräften ist es gelungen, einen russischen Vorstoß bei Dobropillja im Raum Pokrowsk zurückzuwerfen und sechs Dörfer zu befreien, die Moskaus Truppen zuvor erobert hatten. Es ist eine Nachricht, die zeigt, dass die ukrainischen Verteidiger trotz drückender Unterlegenheit bei Personal und Technik in der Lage sind, operative Durchbrüche der Russen zu verhindern.
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Das alles wird Donald Trump nicht interessieren. Nach dem Treffen mit Wladimir Putin in Alaska ist er angeschlagen. Er weiß, wie die Welt die Ergebnisse und Bilder des Gipfels interpretiert und kommentiert: Der Kremlherrscher als der Gewinner, er als der Narr, der sich einmal mehr an der Nase hat herumführen lassen.

Donald Trump könnte den Druck auf die Ukrainer maximal erhöhen
Schon direkt nach seiner Abreise aus Alaska hatte Trump klar gemacht, dass es nun an Selenskyj sei, einen Deal zur Beendigung des Konfliktes zu machen. Die Gefahr ist groß, dass der US-Präsident in Washington den Druck auf den Ukrainer maximal erhöht.

Was Trump sich bei Putin nicht traut – großspurigen Ankündigungen und Drohungen auch Taten folgen zu lassen – könnte er bei Selenskyj umso so skrupelloser exekutieren. Ohne US-amerikanische Aufklärungs-Informationen und Waffen wird die Ukraine in Probleme geraten. Schlimmstenfalls erpresst Trump den ukrainischen Präsidenten, um einen Erfolg zu erzielen und die Schmach von Alaska zu tilgen.

Es ist umso wichtiger, dass Bundeskanzler Friedrich Merz und die europäischen Verbündeten mit nach Washington reisen, um Trump klarzumachen, dass Europa an der Seite der Ukraine steht. Trump hält große Stücke auf Merz. Es ist eine Chance, dass Selenskyj nicht gezwungen wird, sich einem Diktatfrieden zu beugen.



