Das Aktionsbündnis „Rheinmetall Entwaffnen“ will am 28. August in der Nähe von Düsseldorf demonstrieren. Laut einer Pressemitteilung der Gruppe soll die Protestaktion direkt am Wohnsitz von Rheinmetall-CEO Armin Papperger stattfinden. Wie die Rheinische Post berichtet, wurden in dem Schreiben sogar Straße und Hausnummer genannt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Ziel sei es, Papperger „höchstpersönlich“ mit den Folgen von Rüstungsexporten zu konfrontieren. Denn der Vorstandschef trage persönliche Verantwortung für unzählige tote Zivilisten, die durch Rheinmetall-Bomben und -Munition umgekommen seien. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 200 Teilnehmenden und bezeichnen den Ort als symbolisch – dass Pappergers Familie sich dadurch bedroht fühlen könnte, sei nicht gewollt, aber nehme man in Kauf.

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Der Konzern reagierte empört. Meinungs- und Versammlungsfreiheit seien wichtige Werte, hätten aber klare Grenzen, so ein Sprecher gegenüber der Rheinischen Post. Der gezielte Aufruf, eine Person in ihrem privaten Umfeld aufzusuchen, sei nicht akzeptabel. Die Polizei im Rhein-Kreis-Neuss bestätigte eine Anmeldung der Versammlung, über eine Genehmigung sei aber noch nicht entschieden. Der Vorgang wurde an den Staatsschutz übermittelt.

Protest vor Privathaus: Auch in der linken Szene gibt es Kritik

Die Aktion stößt auch in der linken Szene auf Kritik. „Ich kann mich an keine organisierten Proteste vor Privathäusern erinnern – mit Ausnahme von Aktionen gegen Neonazis“, sagt der linke Aktivist Oliver Ongaro aus Düsseldorf der Rheinischen Post. Rechtsexperten verweisen darauf, dass Demonstrationen vor Privatadressen nicht automatisch vom Grundgesetz gedeckt sind – besonders dann, wenn sie der Einschüchterung dienen könnten.

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg

Papperger war bereits zuvor Ziel mutmaßlich politisch motivierter Attacken. Im April 2024 wurde ein Brandsatz auf sein Gartenhaus in Niedersachsen geworfen, zudem warnte der US-Geheimdienst im selben Jahr vor möglichen Anschlagsplänen aus Russland. Sein Wohnsitz steht seither unter besonderem Schutz.

Rheinmetall zählt zu den wichtigsten Rüstungslieferanten für die Bundeswehr und NATO-Partner. Nach Unternehmensangaben stammen rund 95 Prozent der Exporte aus dem NATO-Bündnisraum und der Ukraine. Lieferungen nach Israel, Saudi-Arabien oder Bahrain machten zuletzt weniger als zwei Prozent aus.

kmh