In einer idealen Welt liefe es so: Das Kind wird zwölf, bekommt sein erstes Smartphone und will sich bei TikTok anmelden. Die Eltern wissen, dass Zwölfjährige nichts auf TikTok zu suchen haben und verbieten es dem Kind. Das Kind hält sich daran. Die Eltern beginnen gleichzeitig, dem Kind auf ihrem eigenen Smartphone zu zeigen, wie solche Plattformen funktionieren. Warum man viel Spaß haben, warum man sogar was lernen kann, warum man aber auch höllisch aufpassen muss. Auch im Unterricht hört das Kind immer wieder, worauf es achten muss. Und das Kind hört zu.

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Social-Media-Verbot unter 16 – echt jetzt?
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Ein Jahr später darf es auf TikTok. Aber es ist nicht mehr naiv, es ist gewappnet. Klingt gut, oder? Läuft so aber nicht. Nicht mal bei Schritt eins.

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Julia Emmrich ist stellvertretende Ressortleiterin für Politik und Wirtschaft.© FMG | Anja Bleyl

In der wirklichen Welt der Sozialen Medien gibt es für Kinder und Jugendliche praktisch keine Grenzen. Was es dagegen gibt, ist eine immer größer werdende Sorge: Wächst da eine Generation heran, die von Algorithmen erzogen wurde, statt von Eltern und Lehrern? Von Algorithmen, die ihrerseits von globalen Plattformbetreibern gesteuert werden, die im besten Fall einfach nur Profit machen wollen, dabei aber billigend in Kauf nehmen, dass in den digitalen Echokammern die Demokratie verkümmert?

Social Media: Die Algorithmen fesseln nicht nur Kinder und Jugendliche

Die Debatte um strengere Altersgrenzen, die in Deutschland gerade Fahrt aufnimmt, ist deswegen richtig. Sie wird nicht ohne Grund gerade in ganz Europa geführt, Australien hat sogar schon strenge Verbote für unter 16-Jährige eingeführt. Doch eines darf man dabei nicht aus dem Blick verlieren: Die Algorithmen fesseln nicht nur Kinder und Jugendliche. Eine schlaue Antwort auf die manipulative Macht der Tech-Konzerne muss größer ausfallen.