Am Sonntagmorgen wollen Aktivisten des Pro-Atomkraft-Vereins „Nuklearia“ vor dem Reichstag ihre Banner positionieren. Ihr Ziel ist es, das ARD-„Sommerinterview“ mit SPD-Chefin Bärbel Bas als Bühne für ihren Protest gegen die Energiepolitik der Bundesregierung zu nutzen. Die Kundgebung, die für 8 Uhr angemeldet wurde, soll auf die aus ihrer Sicht verfehlte Energiepolitik aufmerksam machen. Im Fokus steht die Forderung, die stillgelegten deutschen Kernkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, wie „n-tv“ berichtet.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Besonders möchten wir die SPD und ihre Stammwählerschaft aus gewerkschaftlich organisierten Industriebeschäftigten erreichen“, sagte Niels Harksen, Sprecher von Nuklearia, gegenüber der Presseagentur dts. Hohe Energiekosten bedrohten zunehmend Arbeitsplätze in energieintensiven Branchen, argumentiert die Gruppe. Um die drohenden Verluste abzufedern und günstigen Strom zu liefern, sei ein Umdenken beim Thema Kernenergie notwendig.

ARD-Sommerinterview: Gegenmaßnahmen der ARD überraschen Aktivisten

Der geplante Protest folgt auf ein misslungenes Vorhaben derselben Gruppe am vergangenen Sonntag. Die Aktivisten hatten versucht, den Dreh des Sommerinterviews mit dem Grünen-Bundesvorsitzenden Felix Banaszak als Plattform für ihre Botschaft zu nutzen. Vor Ort stellten die Aktivisten jedoch überrascht fest, dass die Aufzeichnung des Gesprächs bereits am Vormittag abgeschlossen war, wie dts berichtete. Weder das interaktive Livestream-Format noch der gewohnte öffentliche Pressetermin hatten wie gewohnt stattgefunden. Die ARD begründete den geänderten Ablauf mit „Sicherheitsgründen“.

ARD verschärft Sicherheitsmaßnahmen bei Sommerinterviews

Die ARD hat ihre Sicherheitsvorkehrungen bei den Sommerinterviews verschärft. Grund dafür ist unter anderem eine Aktion des „Zentrums für Politische Schönheit“, das Mitte Juli mit einem Lautsprecherwagen den Dreh mit AfD-Politikerin Alice Weidel massiv gestört hatte. Seitdem werden Zeit und Ort der Interviews nicht mehr öffentlich bekannt gegeben.

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Nuklearia kritisiert dieses Vorgehen: „Die Zuschauer wurden so nicht nur um das beliebte interaktive Livestream-Format gebracht, sondern auch um einen relevanten Debattenbeitrag“, sagte Sprecher Niels Harksen der dts. Die für den vergangenen Sonntag geplante Banner-Aktion sei ordnungsgemäß angemeldet gewesen und hätte lediglich eine visuelle Botschaft transportiert, ohne den Dreh zu beeinträchtigen.

Ob das Sommerinterview mit Bärbel Bas wie üblich auf der Terrasse vor dem Reichstag stattfinden wird, ist unklar. Die angekündigten 28 Grad und Sonnenschein sprechen zwar für die ikonische Kulisse, doch Ort und Uhrzeit der Aufzeichnung hält die ARD geheim.

pau