Der Sportartikelhersteller Adidas sieht sich in Mexiko derzeit mit harscher Kritik konfrontiert. Politiker im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca werfen dem Unternehmen  kulturelle Aneignung vor. Dabei geht es um eine neue sogenannte Sneaker-Sandale, entworfen vom US-Designer Willy Chavarria – die „Chavarria Oaxaca Slip On“. Hier zu sehen:

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Der Abgeordnete Isaías Carranza schrieb auf Facebook, Adidas und Chavarria hätten sich das „einzigartige Design der traditionellen Huaraches (Sandalen) der Menschen aus dem Dorf Hidalgo Yalalag angeeignet“. Der Gouverneur von Oaxaca, Salomón Jara, drohte am Dienstag mit einer Klage gegen Chavarria. Die Sandalen seien ein „Huarache-Modell“, das so nur in Oaxaca vorkomme. 

Das Kultusministerium des Bundesstaates erklärte, die Verwendung kultureller Elemente zu kommerziellen Zwecken ohne die Zustimmung der indigenen Völker sei „eine Verletzung unserer kollektiven Rechte“. Es forderte Adidas auf, den Verkauf der Sandalen einzustellen und einen Prozess des Dialogs und der Wiedergutmachung mit der Yalalag-Gemeinschaft einzuleiten. 

Urheberrechtsverletzung oder kulturelle Aneignung? Klagen gegen Shein und Zara

Adidas äußerte sich zunächst nicht auf eine AFP-Anfrage zu einer Stellungnahme. 

In Mexiko haben Politiker Modeunternehmen schon mehrfach vorgeworfen, ohne Absprache indigene Kunst oder Designs zu nutzen. Klagen gab es etwa gegen den chinesischen Onlinehändler Shein, die spanische Modekette Zara oder das Modehaus Carolina Herrera – teilweise mit Erfolg.

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lro/AFP