Es ist ein umfassendes „Manifest“, das Mark Zuckerberg kürzlich auf Facebook veröffentlicht hat. Darin beschreibt er seine Vision für die Zukunft der Künstlichen Intelligenz – und liefert dabei, ohne die Konkurrenz von Apple namentlich zu erwähnen, eine klare Kampfansage an den iPhone-Konzern.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Unter dem Titel „Personal Superintelligence“ (dt. „Persönliche Superintelligenz“) beschreibt Zuckerberg, wie KI-Systeme in den kommenden Jahren nicht nur alle bestehenden Technologien verbessern, sondern völlig neue Möglichkeiten schaffen könnten, die heute noch unvorstellbar seien. Seine Hoffnung: Eine „Superintelligenz“, die nicht zentral gesteuert wird, sondern jedem Menschen persönlich zur Seite steht und dabei hilft, eigene Ziele zu erreichen und das Leben zu verbessern.

Auch interessant

„Persönliche Geräte wie Brillen, die sehen, was wir sehen, hören, was wir hören, und den ganzen Tag mit uns interagieren, werden unsere wichtigsten Computergeräte sein“, so Zuckerberg auf Facebook. Für ihn seien smarte Brillen deshalb der Schlüssel, um die Abhängigkeit vom Smartphone zu überwinden und eine neue Ära einzuläuten.

Künstliche Intelligenz: Zuckerberg setzt gegen Apple auf KI

Bereits mehrfach hat Zuckerberg versucht, Apples Vormachtstellung zu brechen – sei es mit dem gescheiterten Facebook-Smartphone oder dem Metaverse-Projekt. Nun setzt er voll auf Künstliche Intelligenz. Wie das US-Magazin Wired berichtet, soll Meta ausgewählten KI-Spitzenforschern Gehaltspakete von bis zu 300 Millionen US-Dollar über vier Jahre anbieten.

Geld, dass der Konzern aus den Werbeanzeigen auf den Meta-Plattformen zieht. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 47,5 Milliarden US-Dollar (41,36 Milliarden Euro). Der Gewinn sprang um 36 Prozent auf rund 18,34 Milliarden US-Dollar.

Meta will KI für breite Gesellschaft nutzbar machen

Im Gegensatz dazu erscheint Apple bei der KI-Entwicklung vergleichsweise zurückhaltend. Der iPhone-Konzern hat mehrere KI-Features verschoben und verfolgt einen eher konservativen Kurs. Apple-Chef Tim Cook betont zwar, dass man KI ernst nehme und nicht zurückbleibe. Gleichzeitig glaubt er aber nicht an ein baldiges Ende des Smartphones als zentrales Gerät, sondern sieht eher ergänzende Produkte am Horizont.

Auch interessant

Doch Zuckerberg ist überzeugt, dass sich die Technologie radikal verändern wird. „Die nächste Dekade wird entscheidend dafür sein, ob Superintelligenz ein Werkzeug zur persönlichen Ermächtigung wird oder eine Kraft, die ganze Bereiche der Gesellschaft ersetzt“, heißt es im Manifest. Für Meta ist klar: Die Macht der KI muss möglichst vielen Menschen direkt zugutekommen.

Zuckerberg-Manifest: Meta plant KI-Brillen für Echtzeit-Umweltanalyse

Im Wettkampf um die Zukunft der digitalen Welt scheint Zuckerberg bereit, Apple direkt herauszufordern. Meta arbeitet an smarten Brillen, die bald mehr können sollen als Fotos und Videos aufnehmen: Sie sollen KI-gesteuerte, visuelle Schnittstellen sein, die unsere Umwelt erkennen und uns in Echtzeit unterstützen. Ganz ohne Smartphone als Zwischenschnitt.