Wer mit einem fiebernden Kind stundenlang auf einen Rückruf wartet oder tagelang vergeblich einen Termin sucht, kennt das Gefühl: Sorge, Frust – und irgendwann auch Wut. Was Eltern dann brauchen, ist schnelle Hilfe. Eine Praxis, die erreichbar ist.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Doch genau das ist vielerorts Glückssache geworden. Wer heute einen Kinderarzt sucht, braucht vor allem Geduld, und oft starke Nerven. Leitungen sind überlastet, Wartezimmer voll, Termine Mangelware.

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Die Gründe sind bekannt: Es gibt zu wenige Kinderärzte. Die Bedarfsplanung ist veraltet. Nachwuchs fehlt, weil die Bedingungen unattraktiv sind. Wer heute eine Praxis übernimmt, kümmert sich nicht nur um Patienten, sondern auch um Miete, Personal und wachsende Bürokratie – etwa durch neue Datenschutzvorgaben, Berichtspflichten oder komplexe Abrechnungen.

Die Bedingungen für Kinderärzte müssen sich verbessern

Versprechen allein reichen nicht, um eine kinderfreundliche Gesellschaft zu schaffen. Wer das ernst meint, muss dafür sorgen, dass Kinder dort Hilfe bekommen, wo sie leben. Dazu braucht es weniger Bürokratie und einen realistischen Blick auf das, was Kinderheilkunde heute leisten muss. Denn die Realität hat sich verändert, die Strukturen nicht. In einigen Städten leben heute mehr Kinder als früher, beispielsweise durch Zuwanderung und Flucht. Doch die Zahl der Kassensitze bildet das nicht ab. So fehlen Praxen, obwohl der Bedarf längst gestiegen ist.

Katharina Engeln
Katharina Engeln ist Volontärin bei der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Die Folgen spüren zuerst die Kinder – und mit ihnen die Familien. Wer mit Schmerzen wartet, nicht schlafen kann, weil der Husten nicht aufhört, wer durch Hotlines geschickt wird, verliert irgendwann das Vertrauen. Dabei darf die Gesundheit von Kindern keine Frage des Wohnorts sein.