Eltern in Deutschland fühlen sich in den Ferien bei der Betreuung ihrer Kinder in großen Teilen alleine gelassen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD) hervor. Die Ergebnisse der Befragung liegen dieser Redaktion exklusiv vor.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Demnach sehen mehr als zwei Drittel (70,7 Prozent) der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren das Angebot an Betreuungsmöglichkeiten für Schul- und Kitakinder in den Ferien als „eher zu klein“ oder „eindeutig zu klein“ an. Nur ein Viertel der Eltern ist der Meinung, das Ferienbetreuungsangebot sei „genau richtig“.
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Ferien und Kinderbetreuung: Eltern müssen große Teile des Jahresurlaubs nehmen
Eltern im Osten der Bundesrepublik sind mit dem Betreuungsangebot zu Schulferienzeiten tendenziell zufriedener als im Westen. Fast die Hälfte der Eltern in den ostdeutschen Bundesländern (45,5 Prozent) bezeichnete das Angebot als „genau richtig“. Im Westen liegt die Zufriedenheit hingegen nur bei 19,5 Prozent.
Angesichts des offenbar nicht immer ausreichenden Angebots an Betreuungsoptionen während der Ferienzeit müssen Eltern häufig auch einen großen Teil ihres eigenen Jahresurlaubs nehmen, um Kinder zu beaufsichtigen. Knapp die Hälfte der Eltern (48,5 Prozent) muss dafür mehr als 50 Prozent ihres Jahresurlaubs nehmen. Mehr als ein Drittel gab an, sogar mehr als 75 Prozent ihres Urlaubs dafür einzusetzen. Lediglich ein Viertel gab an, dafür keinen Urlaub zu nehmen.
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Ferien: Verband sieht besonders Alleinerziehende betroffen
Aus Sicht des Sozialverbands verdeutlichen die Zahlen ein strukturelles Problem: Dem durchschnittlich zur Verfügung stehenden Urlaub von sechs Wochen pro Jahr stünden mit rund 13 Wochen mehr als doppelt so viele Ferienzeiten der Kinder gegenüber. Für viele Familien bedeute dies, dass mehrere Wochen im Jahr ohne institutionelle Betreuung überbrückt werden müssten, so der SoVD.
„Eltern schätzen gemeinsame Zeit mit ihren Kindern. Doch sie darf nicht zur alleinigen Lösung für Betreuungslücken werden. Viele müssen nahezu ihren gesamten Urlaub dafür einsetzen, weil es an ausreichenden und bezahlbaren Betreuungsangeboten fehlt“, sagte die SovD-Vorstandschefin Michaela Engelmeier dieser Redaktion. Besonders Alleinerziehende stünden vor großen Herausforderungen, weil sie Betreuung nicht aufteilen könnten und oft keine alternativen Lösungen hätten.

Ferien und Kinderbetreuung: Investitionen gefordert
Der SoVD forderte Investitionen in soziale Infrastruktur, insbesondere in Ferien- und Ganztagsbetreuung. Unterschiede zwischen Ost und West machten deutlich, dass hierzulande der Ausbau der Betreuungsangebote mit Nachdruck vorangetrieben werden müsse, so Engelmeier. Darüber hinaus müssten Berufe im Bildungs- und Sozialbereich attraktiver werden, um ausreichend qualifiziertes Personal zu gewinnen.







