In der Affäre um Jeffrey Epstein verliert Donald Trump zunehmend die Nerven. Seine rhetorischen Giftpfeile richten sich dabei nicht mehr ausschließlich gegen die Demokraten und den großen Teil der Medien. Beiden wirft er vor, die Affäre jeden Tag hochzujazzen, um ihn zu diskreditieren.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Jetzt stellt der US-Präsident zum ersten Mal seine Anhänger in den Senkel. In einem fast panisch wirkenden Beitrag auf seinem Kommunikationsportal „Truth Social“ wirft er „ehemaligen Anhängern“ vor, sie seien „mit Haut und Haaren“ auf einen inszenierten Skandal „hereingefallen“.

Trump wettert gegen eigene Basis: „Ich will ihre Unterstützung nicht mehr“

Trump nennt solche Anhänger an seiner Maga-Basis „Schwächlinge“, weil sie die Arbeit des politischen Gegners erledigten, anstatt über seine „unglaublichen und beispiellosen Erfolge“ als Präsident zu reden. Solche Anhänger gehören für ihn in die Wüste: „Ich will ihre Unterstützung nicht mehr.“

Die Beschimpfungen und Beleidigungen der eigenen Reihen stellen ein Novum dar, auf das Tausende Trumpianer extrem enttäuscht bis ungehalten reagieren. Dass Trump ihnen vorschreiben will, was sie nicht für wichtig erachten sollten – nämlich die Frage, welche Promis aus Politik und Wirtschaft „Kunden“ von Epsteins Sexhandels-Ring waren – löst Empörung aus.

Dirk Hautkapp
Dirk Hautkapp ist US-Korrespondent der FUNKE Zentralredaktion.© ZR | bm

In vielen Kommentaren erinnern sie den Präsidenten an sein Transparenz-Versprechen. Sie fordern Trump auf, rückhaltlos für Klarheit zu sorgen und die vielen offenen Fragen zu beantworten, die seit nunmehr sechs Jahren rund um die Affäre des Sexualstraftäters wabern.

Eine davon: Spielt Trump, der in den 90er Jahren regelmäßig mit Epstein Partys unsicher machte und Frauen nachstellte, persönlich eine Rolle in diesem Schmuddel-Skandal? Dass Trump sich mit hochnäsigen Worten gegen die vollständige Herausgabe der Justiz-Akten wehrt und das Thema wegreden will, kommt einem Spiel mit dem Feuer gleich. Seine eigene Wähler-Basis könnte ihn politisch verbrennen.