Es gibt Debatten, die zwar aufgeregt, aber dennoch sehr ermüdend sind. Der regelmäßige Streit zwischen Bund und Ländern über die Fortführung des Deutschlandtickets gehört dazu. Mehr als 13 Millionen Verbraucher hierzulande haben das Abo, das den Inhabern seit 2023 die bundesweite Nutzung des gesamten Nah- und Regionalverkehrs ermöglicht. Das Deutschlandticket ist eine der wenigen Großtaten der verblichenen Ampelkoalition: gut für die Bürger, gut fürs Klima, gut für Stadt und Land. Man kann das gar nicht oft genug sagen.

Am Freitag wollten in Berlin die Verkehrsminister von Bund und Ländern zusammenkommen, um zu diskutieren, wie die Finanzierung auch über 2025 hinaus sichergestellt werden kann. Im Kern geht es um die Frage, welche Seite in Zukunft wie viel Geld zuschießt. Denn aus den Verkaufserlösen allein lässt sich das Ticket bei weitem nicht finanzieren.

Beim Deutschlandticket braucht es endlich einen großen Wurf: Die Finanzierung muss dauerhaft gesichert werden – und nicht nur für ein oder wenige Jahre. Es kann nicht sein, dass dem Angebot jedes Jahr aus Neue das Aus droht. Die regelmäßige Hängepartie kann die Politik weder den Verbrauchern noch den Kommunen oder den Verkehrsunternehmen zumuten. Zu einem verlässlichen Angebot gehört auch, dass alle Beteiligten rechtzeitig wissen, wie sich der Preis entwickeln wird. Bei den 58 Euro, die derzeit pro Monat zu zahlen sind, wird es kaum bleiben können. Schließlich steigen ja auch die Kosten im Nah- und Regionalverkehr. Aber Kunden und Anbieter können von der Politik schon erwarten, dass sie sie vor bösen Überraschungen bewahrt.



