Der politisch motivierte Doppelmord an einem demokratischen Ehepaar in Minnesota hat die alten Rituale getriggert. Führende Politiker beider großen Parteien in den USA kondolieren Opfern und Angehörigen. Und behaupten, dass so etwas nicht toleriert wird. Papperlapapp.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Politische Gewalt liegt in der DNA Amerikas, das seit der Gründung vor 250 Jahren in regelmäßigen Abständen jede Zivilität vermissen lässt. Allein vier Präsidenten wurden während ihrer Amtszeit getötet. Der amtierende erste Mann im Staate wäre vor einem Jahr ebenfalls fast das Opfer dieser extremen Verrohung geworden.

Wie die von laxen Waffengesetzen genährten ewigen Amokläufe an Schulen, so ist inzwischen auch die Gewalt in Wort und Tat gegen gewählte Volksvertreter alltäglich geworden. Das bis in die Haarspitzen polarisierte Land hat sich daran gewöhnt, dass der Spalt zwischen militanter Rhetorik und der Betätigung des Abzugs immer schmaler wird. Dass vor drei Monaten die Residenz des demokratischen Gouverneurs von Pennsylvania in Brand gesetzt wurde, während Josh Shapiro und seine Familie darin schliefen, interessiert heute fast niemanden mehr. Amerika stumpft ab.
News aus den USA
So wird es, ungeachtet der Frage, ob der von unchristlich-fundamentalistischen Überzeugungen geleitete Tatverdächtige Vance B. gefasst wird, auch im Fall von Melissa und Mark Hortman sein. Ein ernüchternder Grund dafür: Anders als noch vor 20 Jahren wächst in den USA der Anteil derer beängstigend, die dem jeweils politischen Andersdenkenden schlicht das Existenzrecht absprechen. Ist dieses Tabu einmal gebrochen, ist jede Gesellschaft verloren.








