Donald Trump war immer ein Spieler – siehe seine vielen Casino-Pleiten. Einer, der mit gnadenlosem Ellenbogeneinsatz und Chuzpe alles auf eine Karte setzt und den Tabubruch sucht. So macht er es auch als Präsident. Das kann nicht funktionieren. Die verfassungswidrige und unverhältnismäßige Militarisierung der Proteste gegen seine unverhältnismäßige Einwanderungspolitik in Los Angeles kann losgelöst vom Ausgang (Befriedung oder Flächenbrand) der Anfang vom Ende sein.

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Gewiss, eine solide Mehrheit der Amerikaner unterstützt weiter die Abschiebung von Schwerkriminellen, die illegal ins Land gekommen sind. Hier ist Trump, der seinen Wahlkampf ganz darauf ausgerichtet hat, auf der sicheren Seite. Ganz anders sieht es aus, wenn in Umfragen ermittelt wird, ob auch andere von vermummten Agenten der Einwanderungspolizei auf offener Straße brutal abgefischt und ohne rechtsstaatliches Verfahren außer Landes gebracht werden sollen. Der Gärtner nebenan aus Guatemala, die Kinder-Nanny aus Honduras oder der Zitronenpflücker aus Mexiko, der mit seiner Familie seit 20 Jahren unbescholten (aber ohne gültigen Aufenthalt) in der Nachbarschaft lebt, Steuern zahlt, seine Kinder zur Schule schickt.

Dirk Hautkapp, Korrespondent in Washington.
Dirk Hautkapp, Korrespondent in Washington.© privat | Privat

Die Antwort lautet: Nein. Dieser niederträchtige Umgang mit einer dauerschikanierten Bevölkerungsgruppe, ohne die die USA morgen am Tag zusammenbrechen würden, geht selbst vielen Konservativen zunehmend gegen den Strich. Ein kluger Präsident würde das erkennen und Maß und Mitte finden. Trump aber ist von lupenreinen Rassisten umgeben, die seine Abneigung gegen Multikulti noch verstärken. Er hat keine Impulskontrolle. Das Möchtegern-Diktator-Gen regiert. Und genau das wird ihm politisch irgendwann den Hals brechen.