Die Böden sind trocken, viele Landwirte bangen um ihre Ernten, seit Monaten hat es zu wenig geregnet. Deutschland fehlt im Frühsommer 2025 Wasser, und das an vielen Stellen. Und die Prognosen von Klimaforscherinnen und -forschern sagen, dass das auch in den kommenden Jahren immer häufiger der Fall sein wird. Mit dem Fortschreiten des Klimawandels steigt der Druck, sich an die veränderte Umwelt anzupassen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Grünen wollen das Thema deshalb nach oben auf die politische Agenda heben und die Bundesregierung mit einem Antrag im Bundestag zum Handeln bewegen. „Ob beim teureren Lebensmitteleinkauf, beim Wald- und Wiesenspaziergang oder in unserem Garten – wir alle spüren die Folgen des zunehmenden Wassermangels in unserem Alltag“, heißt es im Antrag, der dieser Redaktion vorliegt. Binnenschifffahrt und Bauernhöfe würden schon jetzt unter der Last der Trockenheit „ächzen“, das fehlende Wasser auf den Feldern führe zu höheren Preisen für Bier und Brot. Es brauche deshalb jetzt ein konsequentes und bundesweit koordiniertes Vorgehen, schreibt die Fraktion, „um gegenzusteuern und unseren Wasserhaushalt langfristig zu sichern“.

Ex-Umweltministerin will mehr Geld für natürlichen Klimaschutz
Konkret fordert die Grünen-Fraktion die Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie und der aktuellen Klimaanpassungsstrategie – beide waren in der vergangenen Legislaturperiode beschlossen worden. Die Regierung solle zudem Maßnahmen ergreifen, um Wasser in der Landschaft zu halten, etwa durch die Wiederherstellung von Mooren und Auen, Entsiegelung und den Rückbau von Entwässerungsstrukturen. Dieser Punkt ist auch verschränkt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, das ebenso die vorherige Regierung ins Leben gerufen hatte. Das Programm, das derzeit bis 2028 läuft und über das unter anderem Renaturierungsmaßnahmen gefördert wird, soll ausgebaut und verstetigt werden, fordern die Grünen.
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„Wir brauchen weiterhin Geld für natürlichen Klimaschutz“, sagt die ehemalige Umweltministerin Steffi Lemke. „3,5 Milliarden Euro für die Zeit nach 2028 wären schon ein großer Schritt.“ Ihr Eindruck sei, schildert Lemke, dass sowohl der Bundeskanzler als auch der Vizekanzler von Klimaanpassung als Thema Abstand halten würden. „Aber es reicht nicht, wenn das jetzt allein Sache des Umweltministers ist. Klimaanpassung muss Chefsache sein, sonst hinken wir da genauso hinterher wie beim Klimaschutz.“
Die derzeitige Dürre schade Menschen, Natur und Unternehmen, sagte Lemke weiter. „Brot und Bier und weitere Produkte werden für uns alle teurer, wenn Bauernhöfe, Binnenschifffahrt und Bäckereien Probleme bekommen. Sie sind auf Wasser als Arbeitsgrundlage angewiesen und dieses Wasser wird nun knapper.“
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Viele der Maßnahmen, die die Grünen-Fraktion fordert, wirken mittel- bis langfristig. Doch auch kurzfristig, sagt Umweltpolitikerin Lemke, könnte die Koalition etwas tun zur Anpassung an die neuen Sommer, vor allem im Bereich Hitzeschutz. „Dinge wie Trinkpläne in Gesundheitseinrichtungen oder Schattensegel in Kitas passieren nicht einfach, die Bundesregierung kann und muss das unterstützen“, sagt Lemke dieser Redaktion. „Wir sollten uns als Gesellschaft nicht an Wohlstandsvernichtung und Gesundheitsgefährdung durch Hitze und Dürre gewöhnen und wir sollten uns nicht damit abfinden.“ Der Antrag soll am Donnerstagabend im Bundestag debattiert werden.






