Junge Familien haben in der Politik schlechte Karten. Sie gehören nicht zur großen Wählergruppe der Rentner, deren Interessen die Parteien schon aus Eigeninteresse wahren. Sie haben mehrheitlich keine Traktoren, um öffentlichkeitswirksam zu demonstrieren. Wenn sie nicht gerade Windeln wechseln, sind sie stattdessen vielfach mit Bürokratie beschäftigt. Das fängt mancherorts mit langen Wartezeiten auf Geburtsurkunden an. Und geht beim Elterngeld weiter.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In einigen Bundesländern funktioniert der Elterngeld-Antrag immerhin digital. In anderen muss man seitenweise Papier ausdrucken und zum Amt schicken. Mitunter sogar Bescheide kopieren und zurückschicken, die die Elterngeldstellen selbst erstellt haben. Willkommen in Absurdistan.
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Seit der Einführung im Jahr 2007 wurde das Elterngeld nicht angepasst, hat 40 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Als die Ampel-Koalition zuletzt sparen musste, ließ sie nicht nur das Versprechen einer Erhöhung fallen, sondern senkte die Einkommensgrenzen ab. Das hat Signalwirkung: Mit Familien kann man es machen.

Völlig bizarr wird es, wenn Eltern für partnerschaftliches Engagement bestraft werden. Ein Beispiel: Ein Paar geht zwei Jahre in Elternzeit und teilt sich die Zeit gerecht auf: Die Mutter geht das erste Jahr, der Vater das zweite. Kurze Zeit später kommt das zweite Kind zur Welt. Weil der Vater das Jahr zuvor in Elternzeit gewesen ist, wird sein Einkommen mit null Euro berechnet, obwohl er davor und danach voll gearbeitet hat, er bekommt nur noch den Minimalsatz. Wäre er nicht oder nur kurz in Elternzeit gegangen, hätte er beim zweiten Kind mehr Elterngeld bekommen. Solch einen Irrsinn zu beseitigen, wäre ein guter Anfang.





