Die Bundesanwaltschaft lässt am Mittwoch drei Männer festnehmen – sie sollen Anschläge mit Paketen vorbereitet haben. Kurz darauf spricht Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner ersten Regierungserklärung von „Giftanschlägen und Mordtaten in zahlreichen europäischen Städten.“ Der Verdacht: Hinter Sabotage- und Spionageaktivitäten in Deutschland und Europa steckt das russische Regime. Bislang bestreitet der Kreml etwaige Akte, etwa die Sabotage von Unterwasserkabeln in der Ostsee. Dennoch warnen spätestens seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges die Nachrichtendienste vor ausländischen Aktivitäten, die die hiesige Ordnung destabilisieren sollen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der lettische Geheimdienst wird dabei sehr konkret: Im Jahresbericht des Verteidigungsnachrichten- und Sicherheitsdienstes (MIDD) gibt er Ratschläge, wie die eigenen Bürger russische Spione und Saboteure am besten erkennen. Die Nachrichtenagentur AP zitiert aus entsprechenden Passagen des Berichtes. Anzeichen, dass es sich bei dem Gegenüber um einen russischen Spion handeln könnte, seien etwa schlampiges Aussehen, unpassende Militär- oder Sportkleidung und misstrauische Fragen.

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Russlands Spione: So sollen sie identifiziert werden können

Laut dem zitierten Bericht halten sich Verdächtige wohl gerne in Reichweite von Militäreinrichtungen oder kritischer Infrastruktur auf. Sie könnten sich als humanitäre Helfer tarnen und in abgelegenen Gebieten aufhalten, ohne aber wirklich an der Natur interessiert zu sein.

Passend dazu könnten sie wohl leicht mit Preppern, Survival-Fans oder Camping-Enthusiasten verwechselt werden. Denn laut MIDD sind Personen, die spezielle Ausrüstung wie Funkgeräte, Erste-Hilfe-Sets oder Karten mit sich tragen, verdächtig, für Russland zu spionieren. Laut AP räumt der lettische Geheimdienst aber ein, dass Verdächtige im jeweiligen Kontext bewertet werden müssten: „Die ukrainische Erfahrung zeigt, dass sich die russischen Geheimdienste anpassen können“, heißt es in dem Bericht. Nicht alle Spione würden in das genannte Schema passen.

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Den eigenen Bürgern rät MIDD, bei der Identifizierung von Verdächtigen nicht auf eigene Faust zu handeln. „Melden Sie Ihren Verdacht stattdessen der Staatspolizei, den Geheimdiensten oder der nächstgelegenen Streitkräfteeinheit“, zitiert AP. Ziel russischer Saboteure sei es, „die Lage der Gesellschaft des Ziellandes zu studieren und Unruhen gegen die bestehende Regierung anzuzetteln“. Auch von Mord an „gesellschaftlich bedeutenden Personen“ ist die Rede.

daw