Die Parlamente der republikanisch regierten US-Bundesstaaten Utah und Idaho haben im April verboten, an offiziellen Gebäuden „inoffizielle Flaggen“ zu hissen. Obwohl nicht explizit erwähnt, soll sich das Verbot vor allem gegen Regenbogenflaggen richten und ist somit ein weiterer Bestandteil des Kulturkampfes der US-Republikaner gegen die queere Community in den USA.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Doch die demokratisch regierten Hauptstädte der beiden Staaten, Salt Lake City und Boise, haben nun ihrerseits reagiert und rückwirkend neue offizielle Flaggen eingeführt, darunter eine, die an die Regenbogenflagge erinnert.

Auch interessant

Regenbogenflagge ist nun offizielle Stadtflagge von Salt Lake City

Am Rathaus von Salt Lake City hängt nun neben der Staats- auch die sogenannte Progress-Flagge, eine Regenbogenflagge mit Streifen für die Transcommunity und People of Color. Außerdem weht dort eine Flagge für den Gedenktag Juneteenth, der an die Abschaffung der Sklaverei in den USA erinnert. Auf allen drei Flaggen ist die Segolilie, die Staatsblume Utahs abgebildet.

„Unsere Stadtflaggen sind kraftvolle Symbole, die die Werte von Salt Lake City repräsentieren“, teilte die demokratische Bürgermeisterin Erin Mendenhall mit. „Ich möchte, dass alle Einwohner von Salt Lake City zu diesen Flaggen aufblicken und sich daran erinnern, dass wir Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion wertschätzen.“

Mendenhall setzte sich schon in den vergangenen Jahren immer wieder für die queere Community in Salt Lake City ein – auch gegen die massiven Widerstände der republikanischen Staatsregierung. Etwa, indem die Stadtverwaltung mit der Krankenversicherung auch die Kosten geschlechtsangleichender Operationen von Mitarbeitern übernahm.

Auch interessant

Kritiker sehen Flaggenverbot als Versuch, queere Community zu unterdrücken

Auch über dem Rathaus von Idahos Hauptstadt Boise weht seit Jahren eine Regenbogenflagge. Die Bürgermeisterin Lauren McLean entschied auch hier, die Flagge rückwirkend zur offiziellen Stadtflagge zu machen, um sie trotz des Flaggenverbots weiterhin hissen zu lassen. Der Stadtrat stimmte nach einer hitzigen und emotionalen Debatte dafür.

News aus den USA

Gemäß dem Beschluss der Parlamente Utahs und Idahos dürfen auf Regierungsgebäuden keine Flaggen mehr gehisst werden, außer der US-Flagge, militärischer Flaggen und offizieller Flaggen staatlicher Institutionen – auch Schulgebäude sind betroffen. Laut den Befürwortern soll dies die politische Neutralität der Beamten zeigen, Kritiker sehen darin jedoch einen Versuch die freie Meinungsäußerung von LGBTIQ+-Personen zu unterdrücken. Das Flaggenverbot soll mit Geldstrafen gegenüber den Gemeinden durchgesetzt werden. Auch mehr als ein Dutzend weiterer republikanische regierter US-Bundesstaaten überlegen derartige Maßnahmen zu erlassen.

jst/FMG